UK-Aufsicht prüft Nigel Farage wegen mutmaßlicher Tether-Lobbyarbeit
Der UK-Politiker Nigel Farage steht wegen mutmaßlicher Lobbyarbeit für den Stablecoin-Herausgeber Tether in der Kritik.
Der britische Politiker Nigel Farage wurde offiziell bei der parlamentarischen Aufsichtsbehörde gemeldet. Dem Vorsitzenden der Reform-UK-Partei wird vorgeworfen, bei der Bank of England unzulässige Lobbyarbeit für kryptofreundliche Regulierungen geleistet zu haben. Diese Vorstöße könnten gezielt seinem größten Spender zugutekommen, der maßgeblich am Stablecoin-Herausgeber Tether (USDT) beteiligt ist.
Privates Treffen mit der Bank of England
Im Zentrum der Beschwerde steht ein Treffen zwischen Farage und Notenbankchef Andrew Bailey im vergangenen September. Dabei soll Farage den Gouverneur gedrängt haben, Pläne für eine staatliche Digitalwährung, das sogenannte digitale Pfund, aufzugeben.
Kurze Zeit später ließ die Zentralbank geplante Obergrenzen für den individuellen Besitz von Stablecoins fallen. Farage reklamierte diesen politischen Kurswechsel öffentlich als seinen persönlichen Erfolg.
Millionen-Spende von USDT-Investor
Pikant an dem Vorfall ist die finanzielle Verbindung des Politikers zu dem in Thailand ansässigen Milliardär Christopher Harborne. Der Unternehmer hält einen Anteil von 12 Prozent an dem Unternehmen hinter der weltweit drittgrößten Kryptowährung.
Vor der Unterhauswahl im Juli 2024 nahm der Reform-UK-Chef ein nicht deklariertes Geldgeschenk in Höhe von 5 Millionen Pfund (etwa 6,7 Millionen US-Dollar) von Harborne an. Weitere politische Spenden in Höhe von mehreren Millionen Pfund folgten im Vorfeld der Wahl.
Untersuchung wegen Interessenskonflikt gefordert
Der Labour-Abgeordnete Phil Brickell, der die Beschwerde einreichte, sieht einen klaren Verstoß gegen parlamentarische Regeln. Britischen Abgeordneten ist es untersagt, innerhalb von zwölf Monaten nach einer Zahlung im Namen ihrer Geldgeber bei Behördenvertretern vorstellig zu werden.
Ein weiterer Parlamentskollege fordert nun die Offenlegung der Gesprächsprotokolle der Notenbank. Entscheidungen über das britische Finanzsystem dürften nicht hinter verschlossenen Türen zugunsten einzelner Finanziers getroffen werden.


