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KI Claude findet 100-Millionen-Dollar-Bitcoin-Lücke in acht Minuten

Ein KI-Modell brauchte nur wenige Minuten, um eine verheerende Sicherheitslücke bei Bitcoin-Wallets zu identifizieren.

3. August 2026 · 06:21 · 2 Min. Lesezeit
Eine physische Bitcoin-Münze neben einem Computerbildschirm, der Programmcode und künstliche Intelligenz darstellt.

Das KI-Sprachmodell Claude Code von Anthropic hat eine kritische Sicherheitslücke im Quellcode der Coldcard-Hardware-Wallets in nur acht Minuten entdeckt. Die Schwachstelle ermöglichte kürzlich einen der größten Diebstähle in der Geschichte von Bitcoin (BTC), bei dem Angreifer über 100 Millionen US-Dollar erbeuteten.

Fehlerhafte Zufallsgenerierung als Einfallstor

Laut Sicherheitsforschern identifizierte die Künstliche Intelligenz das Problem mit nur einem einzigen Befehl zur Code-Überprüfung. Die Schwachstelle liegt in der Art und Weise, wie die betroffene Coldcard-Firmware kryptografische Zufallszahlen generierte.

Eine unvorhersehbare Zufallsgenerierung ist eine der wichtigsten Sicherheitskomponenten für Krypto-Wallets. Sie wird zwingend benötigt, um private Schlüssel und digitale Signaturen sicher zu erstellen. Sobald diese Werte vorhersehbar werden oder eine unzureichende Entropie aufweisen, können Angreifer die Wallets kompromittieren.

Erste Schätzungen gingen von einem Verlust von über 1.080 BTC in weniger als einer Stunde aus. Mittlerweile beziffern Experten den Gesamtschaden bei der größten Kryptowährung auf deutlich mehr als 100 Millionen US-Dollar.

Weitere Angriffswelle auf Krypto-Nutzer rollt an

Die Gefahr für Besitzer der betroffenen Hardware-Wallets ist noch nicht gebannt. Alex Thorn, Forschungsleiter beim Krypto-Finanzdienstleister Galaxy, warnt aufgrund aktueller On-Chain-Daten vor einer vierten organisierten Angriffswelle.

Den Analysen zufolge enthielten die Bitcoin-Blöcke 960.778 bis 960.792 insgesamt 218 verdächtige Transaktionen. Dabei wurden fast 389 Einheiten des digitalen Goldes von 462 Opfer-Adressen entwendet.

Branchenexperten wie Ari Paul, Gründer von BlockTower Capital, sehen in dem Vorfall kein isoliertes Problem eines einzelnen Herstellers. Vielmehr lege der Hack eine fundamentale Schwäche der gesamten Krypto-Industrie bei der Absicherung von Seed-Phrasen offen.

Nutzer der betroffenen Geräte sind dringend aufgefordert, verbleibende Bestände umgehend abzuziehen. Dabei sollten sie besonders hohe Transaktionsgebühren wählen, um ihre Überweisungen auf der Blockchain schneller als die der Angreifer zu bestätigen.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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