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SEC-Vorschlag „Regulation Crypto Assets“: US-Behörde bringt den ICO zurück

Die US-Börsenaufsicht will Krypto-Projekten künftig erlauben, bis zu 75 Millionen US-Dollar ohne vollständige Wertpapierregistrierung einzusammeln.

20. August 2026 · 07:11 · 3 Min. Lesezeit
Das Siegel der US-Börsenaufsicht SEC auf der Fassade ihres Hauptquartiers

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Dienstag einen neuen Regelwerksentwurf namens „Regulation Crypto Assets“ veröffentlicht. Der Plan soll es Krypto-Projekten ermöglichen, in den USA legal Kapital über Token-Verkäufe einzusammeln, ohne eine vollständige Wertpapierregistrierung zu durchlaufen. In der Branche wird der Vorstoß bereits als Rückkehr des Initial Coin Offerings (ICO) gewertet.

Der 402-seitige Entwurf unter dem neuen SEC-Vorsitzenden Paul Atkins schafft zwei konkrete Ausnahmen für die inländische Kapitalbeschaffung:

  • Startup-Ausnahme: Projekte dürfen über einen Zeitraum von vier Jahren bis zu 5 Millionen US-Dollar einsammeln. Die bisherige Hürde, dass nur vermögende, „akkreditierte Investoren“ teilnehmen dürfen, entfällt komplett.
  • Fundraising-Ausnahme: Größere Krypto-Projekte dürfen bis zu 75 Millionen US-Dollar pro Jahr aufnehmen. Im Gegenzug müssen die Emittenten geprüfte Finanzberichte vorlegen und fortlaufende Meldepflichten erfüllen.

Die Vorgaben der SEC gegen Betrug und Marktmanipulation gelten für beide Stufen unverändert weiter.

Ein zentraler Baustein des Papiers ist eine Safe-Harbor-Klausel (Schutzraum), für die sich SEC-Kommissarin Hester Peirce bereits im Jahr 2020 starkgemacht hatte. Diese besagt, dass ein Token rechtlich nicht mehr als Investmentvertrag – und damit nicht als Wertpapier – gilt, sobald das Projekt dezentral arbeitet und die ursprünglichen Entwickler keine wesentliche Management-Rolle mehr ausüben. Da der US-Kongress die Abstimmung über das Krypto-Gesetz „CLARITY Act“ in die Sommerpause verschoben hat, schafft die SEC mit diesem Entwurf, der nun in eine 60-tägige Kommentierungsphase geht, eigene Fakten.

Was die neuen SEC-Pläne für dein Portfolio bedeuten

Der ICO-Boom von 2017 endete im Chaos, weil die SEC fast alle Token-Verkäufe im Nachhinein als unregistrierte Wertpapiere einstufte und die Herausgeber verklagte. Als Konsequenz wanderten Token-Sales ins Ausland ab oder wurden rechtlich umständlich als Airdrops und Punkte-Programme verpackt.

Mit „Regulation Crypto Assets“ erhalten Entwickler nun einen sauberen, legalen Weg in den US-Markt. Wir raten dir als Halter dennoch zur strikten Trennung. Dass ein Token künftig legal an Privatanleger verkauft werden darf, schützt nicht vor schlechten Geschäftsmodellen. Die meisten neuen Projekte werden hochriskant bleiben. Nur weil die Behörde den Weg für Startups freimacht, ist das kein Grund, etablierte Positionen für den nächsten Token-Sale aufzugeben.

Die wahren Profiteure dieser Regulierung liegen für Bestandsinvestoren woanders: bei den Basisnetzwerken. Der Vermögensverwalter Grayscale erwartet, dass eine Rückkehr der Token-Finanzierungen die On-Chain-Aktivität auf den großen Smart-Contract-Plattformen deutlich ankurbeln wird. Davon dürften laut Grayscale vor allem Ethereum, Solana und Binance Coin (BNB) profitieren, da die neuen Projekte ihre Token-Infrastruktur primär auf diesen Blockchains aufbauen.

Gleichzeitig nimmt die Safe-Harbor-Klausel den ständigen Regulierungsdruck von etablierten Altcoins. Wenn ein Token seinen Wertpapierstatus in den USA offiziell ablegen kann, sobald das Netzwerk nachweisbar dezentral arbeitet, beseitigt das eine der größten historischen Unsicherheiten für den gesamten Kryptomarkt.

Quellen

  • BeInCrypto
Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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