Bitcoin überspringt 72.500 US-Dollar nach US-Drohungen gegen den Iran
Geopolitische Spannungen treiben den Bitcoin-Kurs auf ein Elf-Wochen-Hoch. Für langfristige Halter bleibt die Seitenlinie die beste Wahl.
Der Bitcoin-Kurs hat auf der Börse Bitstamp die Marke von 72.500 US-Dollar überschritten und damit ein neues Elf-Wochen-Hoch erreicht. Während die US-Aktienmärkte nachgeben, reagiert der Krypto-Markt mit einem Kursplus von über 4 Prozent auf neue geopolitische Spannungen. Auslöser sind aktuelle Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der eine beispiellose „wirtschaftliche Kriegsführung“ gegen den Iran ankündigte.
Makroökonomisches Rauschen treibt die Märkte
Hintergrund der Eskalation ist ein Streit um die Ölroute durch die Straße von Hormus. Trump bezeichnete die geplanten Sanktionen als „wirtschaftlichen D-Day“, der den Iran vollständig isolieren solle. Diese politische Rhetorik zeigt unmittelbare Wirkung auf die traditionellen Anlageklassen. Der Preis für WTI-Rohöl kletterte als direkte Reaktion auf 87,69 US-Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit Ende Juli.
Auch am Anleihemarkt herrscht Volatilität. Die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen stiegen wieder auf 5,266 Prozent an. Bemerkenswert ist das Timing: Erst am Vortag hatte das US-Finanzministerium angekündigt, seine Liquiditätseingriffe am Anleihemarkt ab September verdoppeln zu wollen, was die Renditen zunächst drückte. Die geopolitischen Sorgen haben diesen beruhigenden Effekt fast vollständig wieder zunichtegemacht.
Skepsis bei der Kursentwicklung
Ein Anstieg um knapp 10.000 US-Dollar innerhalb von vier Tagen zieht unweigerlich Aufmerksamkeit auf sich. Marktbeobachter betrachten die Nachhaltigkeit dieser volatilen Reaktion auf den US-Iran-Konflikt jedoch mit Vorsicht. Technische Analysten weisen darauf hin, dass Bitcoin diese Gewinne halten muss, um den übergeordneten Abwärtstrend zu brechen. Gelingt das nicht, droht laut den Marktdaten ein Rückfall auf die makroökonomische Unterstützung bei 60.000 US-Dollar.
Was diese Bewegung für dich als Halter bedeutet: Politische Krisen treiben kurzfristig immer die Volatilität. Bitcoin reagiert hier als hochliquides Asset auf globale Unsicherheiten und Ängste am Ölmarkt. Es ist ein Fehler, solche nachrichtengesteuerten Kurssprünge aktiv handeln zu wollen. Wer seine Kernpositionen sicher im Cold Storage hält, muss auf das tägliche Auf und Ab durch politische Drohgebärden nicht reagieren.
Quellen
- CoinTelegraph


