BlackRock-Bericht: Bitcoin-Korrektur um 50 Prozent war Abbau von Hebeln
BlackRock wertet den massiven Bitcoin-Preisverfall der vergangenen Monate als reine Marktbereinigung von Spekulationen.
Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock bewertet den Bitcoin-Preisverfall der vergangenen Monate von über 126.000 auf unter 60.000 US-Dollar als reine Marktbereinigung. Laut einem neuen Bericht wurden massiv kreditfinanzierte Positionen aus dem Markt gespült. Die langfristige Anlagephilosophie für Bitcoin bleibt laut den Analysten intakt.
Rekord-Hebel lösten Zwangsverkäufe aus
Im Oktober 2025 erreichte das offene Interesse an Bitcoin-Derivaten laut den Daten von BlackRock mit über 90 Milliarden US-Dollar einen Höchststand. Der Markt war zu diesem Zeitpunkt stark fremdfinanziert. Als makroökonomische Faktoren – im Bericht werden Nachrichten über Zölle aus China genannt – die Märkte trafen, kam es zu kaskadenartigen Liquidationen.
Das bedeutet: Händler, die auf Kredit spekuliert hatten, wurden von den Börsen automatisch zwangsverkauft, als ihre hinterlegten Sicherheiten nicht mehr ausreichten. Diese Kettenreaktion drückte den Preis bis Juni 2026 auf zyklische Tiefststände von unter 60.000 US-Dollar. BlackRock bezeichnet diesen Rückgang um rund 50 Prozent klar als „Positionierungskorrektur“ und nicht als Änderung des fundamentalen Werts.
Sinkende Korrelation zu Aktien erwartet
Zwar verzeichnete der hauseigene Bitcoin-ETF IBIT in der Woche bis zum 14. August 2026 Nettoabflüsse von 78,9 Millionen US-Dollar. Über alle ETF-Produkte hinweg flossen in diesem Zeitraum 267,2 Millionen US-Dollar ab. Dennoch hält der Vermögensverwalter an seiner Einschätzung fest.
Nachdem der spekulative Überhang nun größtenteils abgebaut ist, prognostizieren die Analysten, dass die hohe Korrelation zwischen Bitcoin und klassischen Risikoanlagen wieder sinken wird. Das Kapital war zuletzt aufgrund von Inflationsdruck und geopolitischer Unsicherheit in traditionelle Anlagen geflossen, wodurch der S&P 500 vergangene Woche Rekordstände erreichte. Bitcoin soll seine historisch belegte Rolle als diversifizierender Vermögenswert mit geringer Korrelation zu Aktienmärkten zukünftig aber wieder erfüllen.
Der Vorteil reiner Spot-Bestände
Ein fremdfinanzierter Markt ist strukturell anfällig für Preisschocks. Die von BlackRock beschriebenen Liquidationskaskaden treffen ausschließlich Händler, die ihre Positionen mit geliehenem Geld hebeln. Wenn du deine Bitcoin unverschuldet direkt hältst – im eigenen Cold Storage –, bist du von diesen Zwangsverkäufen nicht betroffen.
Die Datenlage des Vermögensverwalters zeigt deutlich: Der drastische Kursrutsch basierte auf dem Abbau spekulativer Instrumente am Derivatemarkt, nicht auf Schwächen des Bitcoin-Netzwerks. Wer echte Token hält und auf Hebel verzichtet, entzieht sich diesem strukturellen Risiko.


