Tether und Stablecoins: 367 Millionen Dollar fließen aus Südkorea ab
Anleger in Südkorea ziehen monatlich Hunderte Millionen Dollar in Stablecoins von heimischen Krypto-Börsen ab.
Südkoreanische Krypto-Börsen haben im Juni Nettoabflüsse von Stablecoins wie Tether (USDT) in Höhe von umgerechnet 367 Millionen US-Dollar verzeichnet. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits seit 18 Monaten ununterbrochen anhält und die lokalen Aufsichtsbehörden alarmiert.
Flucht auf ausländische Krypto-Plattformen
Die massiven Kapitalbewegungen ins Ausland stammen von den fünf größten südkoreanischen Krypto-Börsen. Dazu gehören die Branchenführer Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax.
Laut Daten der südkoreanischen Finanzaufsicht (FSS) transferierten Anleger im Juni rund 1,81 Milliarden US-Dollar in Stablecoins an ausländische Plattformen. Im Gegenzug flossen auf den heimischen Börsen lediglich 1,44 Milliarden US-Dollar ein.
Marktbeobachter führen diese Entwicklung auf das stark eingeschränkte Angebot im eigenen Land zurück. Südkoreanische Anleger suchen gezielt nach Derivaten, tokenisierten Vermögenswerten (RWAs) und dezentralen Finanzprodukten (DeFi), die auf heimischen Handelsplätzen nicht zugelassen sind.
Strengere Regulierung für digitale Vermögenswerte geplant
Die anhaltende Kapitalflucht ruft nun die Politik auf den Plan. Der südkoreanische Abgeordnete Lee Jong-wook fordert eine rasche Überarbeitung der Anlegerschutz- und Aufsichtsrichtlinien, um den grenzüberschreitenden Krypto-Handel besser zu kontrollieren.
Gleichzeitig arbeitet die Regierung an einem umfassenden rechtlichen Rahmen für den Krypto-Markt. Das geplante Gesetz soll klare Vorgaben für die Transparenzpflichten und die Ausgabe von Stablecoins schaffen.
Auch die Financial Intelligence Unit (FIU) verschärft ihre Gangart gegenüber unregistrierten Offshore-Börsen. Die Behörde schlug kürzlich vor, die strengen Meldepflichten der sogenannten Travel Rule künftig auch auf Transaktionen unter 650 US-Dollar auszuweiten.


