Tether (USDT) verzeichnet 8,5 Prozent Aufschlag nach Razzien in Indien
Behördliche Razzien gegen Zahlungsdienstleister treiben den USDT-Preis auf indischen Kryptobörsen massiv in die Höhe.
Der größte Stablecoin der Welt, Tether (USDT), wird auf indischen Kryptobörsen derzeit mit einem massiven Aufschlag von mehr als 8,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar gehandelt. Dieser Preisanstieg folgt auf Razzien der indischen Finanzbehörde gegen mehrere Krypto-Zahlungsdienstleister, die das lokale Angebot des Tokens drastisch verknappt haben.
Behörden kappen das Angebot des Stablecoins
Das indische Enforcement Directorate (ED) durchsuchte kürzlich sechs Geschäftsräume in der Metropole Bengaluru. Im Fokus der Ermittler stehen fünf Krypto-Unternehmen, die im Verdacht stehen, unautorisierte grenzüberschreitende Transfers abgewickelt zu haben.
Laut den Behörden sollen dabei mehr als 265 Millionen US-Dollar mithilfe der an den Dollar gekoppelten Kryptowährung verschoben worden sein. Die Firmen fungierten offenbar als informeller Überweisungskanal.
Nutzer verwendeten das digitale Asset anstelle klassischer Banküberweisungen, um langwierigen bürokratischen Hürden auszuweichen. Diese auf lokaler Ebene etablierte Methode erwies sich für viele als schneller und kostengünstiger.
Liquiditätsengpass treibt den Preis nach oben
Das harte behördliche Durchgreifen hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Liquidität im Land. Market Maker zogen sich aus Sorge vor weiteren Konsequenzen aus der Beschaffung ausländischer Stablecoins zurück.
Am Wochenende wurde USDT für rund 102,88 Rupien gehandelt, während der offizielle Wechselkurs bei etwa 94,65 Rupien lag. Normalerweise bewegt sich dieser als USDT-Premium bekannte Aufschlag in Indien lediglich zwischen 3 und 4 Prozent.
Obwohl Handelsplattformen wie Coinbase kürzlich direkte Rupien-Transaktionen eingeführt haben, um die Abhängigkeit vom Peer-to-Peer-Handel zu verringern, zeigt der aktuelle Aufschlag, wie fragil die lokale Krypto-Infrastruktur angesichts regulatorischer Eingriffe bleibt.


