Tether-Dominanz in Brasilien: Neue Krypto-Regulierung bis Oktober
Brasilien reguliert seinen Krypto-Milliardenmarkt strenger und nimmt dabei die hohe Tether-Dominanz ins Visier.
Brasilien zieht die Zügel auf einem der weltweit größten Krypto-Märkte an. Bis zum 30. Oktober 2026 müssen sich alle Dienstleister für virtuelle Vermögenswerte einer strengen Lizenzierung durch die Zentralbank unterziehen.
Harte Frist für Krypto-Dienstleister
Die neuen Vorschriften verlangen von den Unternehmen weit mehr als nur reine Absichtserklärungen. Zukünftig ist ein Prüfbericht einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zwingend erforderlich, der funktionierende Kontrollen gegen Geldwäsche bestätigt.
Auch die finanziellen Hürden sind hoch angesetzt. Das geforderte Mindestkapital liegt je nach Lizenzkategorie zwischen umgerechnet 2 Millionen und 6,7 Millionen US-Dollar.
Ausländische Anbieter müssen zudem innerhalb von 270 Tagen eine physische Präsenz im Land aufbauen. Briefkastenfirmen und rein internationale Liquidität ohne lokalen Sitz gehören in dem südamerikanischen Land damit der Vergangenheit an.
Tether (USDT) dominiert den Handel
Ein aktueller Bericht des Blockchain-Sicherheitsunternehmens CertiK beleuchtet die Hintergründe dieser regulatorischen Offensive. Brasilien verzeichnete zuletzt ein On-Chain-Volumen von 318,8 Milliarden US-Dollar und belegt damit weltweit den fünften Platz bei der Krypto-Adaption.
Auffällig ist dabei die massive Präsenz von Stablecoins, die rund 80 Prozent des gesamten Handelsvolumens ausmachen. Die an den US-Dollar gekoppelte Kryptowährung Tether (USDT) dominiert diesen Sektor mit einem Anteil von 88,7 Prozent.
Die Zentralbank reagiert mit der neuen Lizenzierungspflicht direkt auf dieses massive Kapitalwachstum. Ziel ist es, den florierenden Markt und seine Akteure rechtzeitig unter eine formelle und überprüfbare Aufsicht zu stellen.


