Südkorea streicht Freigrenze für Krypto-Transfers zur Geldwäscheprävention
Südkorea schafft die Freigrenze für Krypto-Überweisungen ab und verschärft die Anti-Geldwäsche-Regeln für Börsen.
Südkorea verschärft seine Vorschriften für den Handel mit digitalen Währungen drastisch. Das südkoreanische Kabinett hat beschlossen, die bisherige Freigrenze von einer Million Won (etwa 700 US-Dollar) für die sogenannte Travel Rule vollständig abzuschaffen. Künftig müssen alle Krypto-Transfers zwischen registrierten Dienstleistern unabhängig von ihrem Wert gemeldet und mit Kundeninformationen versehen werden.
Tether-Transaktionen als Auslöser für strengere Regeln
Die Financial Intelligence Unit (FIU) begründet diesen Schritt mit der zunehmenden Umgehung der bisherigen Meldepflichten. Nutzer hatten die alte Freigrenze in der Vergangenheit gezielt ausgenutzt, indem sie größere Summen in viele kleine Transaktionen aufteilten.
Als warnendes Beispiel nannten die Behörden einen konkreten Fall, bei dem ein Investor den Stablecoin Tether (USDT) im Wert von rund 200 Millionen Won erwarb. Um unter dem regulatorischen Radar zu bleiben, tätigte der Nutzer anschließend 216 einzelne Auszahlungen, die jeweils exakt unter der Meldegrenze von einer Million Won lagen.
Neue Auflagen für internationale Krypto-Börsen
Neben der Abschaffung der Freigrenze führt Südkorea auch strengere Anti-Geldwäsche-Richtlinien (AML) für Überweisungen an ausländische Handelsplätze und private Wallets ein. Registrierte lokale Anbieter müssen künftig das Risiko der jeweiligen Gegenpartei eigenständig bewerten.
Transfers an als risikoarm eingestufte ausländische Börsen bleiben weiterhin erlaubt. Bei Transaktionen mit anderen internationalen Plattformen oder privaten Wallets wird eine Überweisung in der Regel nur dann gestattet, wenn Sender und Empfänger nachweislich dieselbe Person sind.
Umsetzung und Fristen für Krypto-Dienstleister
Krypto-Plattformen werden zudem verpflichtet, eigene Überwachungssysteme für verdächtige Transaktionen ab einem Wert von zehn Millionen Won einzurichten. Damit reagiert die Regierung auf die wachsende Zahl von Geldwäschefällen, die Lücken im bisherigen System ausgenutzt haben.
Die erweiterten Meldepflichten der Travel Rule treten sechs Monate nach der offiziellen Verkündung in Kraft. Die strengeren Registrierungsanforderungen für Dienstleister gelten bereits ab dem 20. August, wobei bestehenden Unternehmen eine Übergangsfrist von einem Jahr eingeräumt wird.


