MiCA-Regulierung blockiert Verwahrung für 14 EU-Stablecoin-Herausgeber
Die MiCA-Regulierung zwingt EU-Stablecoin-Herausgeber mangels Verwahr-Lizenzen zur Nutzung von Drittanbietern.
Die neue europäische MiCA-Verordnung stellt zahlreiche Stablecoin-Herausgeber vor unerwartete Probleme bei der Verwahrung ihrer eigenen Token. Von 23 zugelassenen Emittenten in der EU verfügen 14 über keine entsprechende Lizenz für Krypto-Dienstleistungen (CASP). Dies zwingt betroffene Unternehmen dazu, für B2B-Dienste auf externe Partner wie das Krypto-Netzwerk Ripple auszuweichen.
B2B-Geschäft massiv eingeschränkt
Privatkunden können ihre an den Euro gebundenen Stablecoins weiterhin frei zwischen eigenen Wallets bewegen. Im Geschäftskundenbereich (B2B) greifen die Restriktionen der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA jedoch hart durch.
Ohne die notwendige CASP-Lizenz dürfen Emittenten keine Token für institutionelle Kunden verwahren oder automatisierte Auszahlungen abwickeln. Laut Patrick Hansen, dem EU-Strategiechef von Circle, schränkt dies das Dienstleistungsangebot der betroffenen Firmen drastisch ein.
Ripple und XRP Ledger als Ausweg
Um langwierige Genehmigungsverfahren von bis zu einem Jahr zu umgehen, setzen blockierte Emittenten auf regulierte Drittanbieter. Ein prominentes Beispiel ist der französische Stablecoin EURØP von Schuman Financial.
Das Projekt hat seinen digitalen Vermögenswert direkt in die Infrastruktur des XRP Ledger integriert. Da Schuman Financial die Assets rechtlich nicht selbst verwalten darf, nutzt das Unternehmen die europäischen MiCA-Lizenzen von Ripple. Dies ermöglicht die legale Verwahrung und den Transfer in 30 europäischen Ländern.
Wettbewerbsvorteil für voll lizenzierte Akteure
Marktbeobachter gehen davon aus, dass dieses regulatorische Ungleichgewicht noch Monate anhalten wird. Bis die Nachzügler den strengen Compliance-Prozess nach Artikel 60 der MiCA-Verordnung abgeschlossen haben, entstehen Zwangskooperationen.
Vollständig lizenzierte Anbieter wie der USDC-Herausgeber Circle oder die Société Générale-Forge profitieren derweil von der Situation. Sie sichern sich so einen langfristigen Vorsprung im Kampf um institutionelles Kapital im Europäischen Wirtschaftsraum.


