Märkte live 02:51 MEZ · Aktualisiert

Ex-SEC-Chef und Ripple-Kläger Jay Clayton soll US-Geheimdienste leiten

Der ehemalige SEC-Chef Jay Clayton, Initiator der Ripple-Klage, wurde als neuer US-Geheimdienstkoordinator nominiert.

11. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Porträt von Jay Clayton neben einem Ripple-Logo und dem Siegel der US-Börsenaufsicht SEC

Der ehemalige Chef der US-Börsenaufsicht SEC, Jay Clayton, wurde offiziell für das Amt des Director of National Intelligence nominiert. Clayton ist in der Krypto-Branche primär für die Einleitung der historischen Klage gegen Ripple und den XRP-Token bekannt. Er soll künftig die 18 US-Geheimdienste koordinieren.

Vom SEC-Vorsitz zum Koordinator der Geheimdienste

Die Nominierung Claytons folgt auf massiven politischen Widerstand gegen den zuvor vorgesehenen Kandidaten Bill Pulte. Der Wohnungsbaubeamte stieß im US-Kongress auf breite Ablehnung, da ihm jegliche nachrichtendienstliche Erfahrung fehlte. Dies blockierte zuletzt sogar die Verlängerung wichtiger Überwachungsbefugnisse der Regierung.

Nun soll Clayton das Ruder übernehmen und die zentrale Schnittstelle der amerikanischen Sicherheitsbehörden bilden. Der aktuelle CIA-Direktor John Ratcliffe gilt als maßgeblicher Unterstützer dieser Personalie und soll Clayton für die Rolle empfohlen haben.

Prägende Rolle im Rechtsstreit um Ripple (XRP)

Unter Krypto-Investoren ist der designierte Geheimdienstchef eine äußerst umstrittene Figur. In seinen letzten Tagen als SEC-Vorsitzender während der Trump-Administration stieß er die weitreichende Klage gegen Ripple Labs an.

Die Behörde warf dem Krypto-Unternehmen vor, den hauseigenen Token als unregistriertes Wertpapier verkauft zu haben. Dieser Rechtsstreit entwickelte sich zu einem der definierenden Konflikte für die gesamte Krypto-Industrie. Er prägt die regulatorische Debatte um die mittlerweile sechstgrößte Kryptowährung bis heute maßgeblich.

Krypto-Prominenz lobt die Entscheidung

Trotz seiner strengen Krypto-Vergangenheit erntet die Nominierung auch Zuspruch aus der Industrie. Mike Novogratz, CEO von Galaxy Digital und eine prominente Stimme im Bereich der digitalen Vermögenswerte, begrüßte die Entscheidung öffentlich.

Novogratz bezeichnete Clayton als eine deutlich bessere Wahl für die Leitung der US-Nachrichtendienste. Dennoch bleibt abzuwarten, ob der Senat die Personalie letztlich bestätigt.

Im Falle einer erfolgreichen Ratifizierung wird Clayton ein verschlanktes Büro leiten. Seine Hauptaufgabe wird in der engen Koordination der 18 Behörden der US-Intelligence-Community liegen, während seine Nachfolge als Bundesstaatsanwalt in Manhattan noch ungeklärt ist.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

Veröffentlicht in

Ähnliche Artikel

CLARITY Act erreicht US-Senat: Neues Gesetz stärkt Ripple (XRP)

Neue US-Gesetze könnten 500-Billionen-Dollar-Markt für XRP öffnen

Ripple stärkt Präsenz in Washington zur Gestaltung der Krypto-Regulierung