Ex-BIZ-Chef lobt Stablecoins wie Tether: Koexistenz mit Fiat möglich
Der ehemalige BIZ-Chef Agustín Carstens überrascht mit einer positiven Haltung zu Stablecoins und fordert globale Regeln.
Der ehemalige Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Agustín Carstens, hat sich überraschend positiv zu Stablecoins geäußert. Auf dem Point Zero Forum am Dienstag betonte er, dass digitale Währungen wie Tether (USDT) die finanzielle Inklusion fördern können. Eine Koexistenz mit klassischem Fiat-Geld sei daher erstrebenswert.
Kurswechsel bei ehemaligen Krypto-Kritikern
Diese neuen Töne markieren eine bemerkenswerte Wende. Während seiner Amtszeit bei der BIZ galt Carstens als einer der prominentesten Kritiker des digitalen Währungsmarktes.
Noch in früheren Reden warnte er davor, dass wertstabile Token nicht als sicheres Geld fungieren könnten. Damals befürchtete er, dass Emittenten ihre Reserven zu riskant anlegen würden, um Renditen zu erzielen.
Nun lobt er das Potenzial der digitalen Assets, Kosten im Finanzwesen drastisch zu senken. Die aktuelle BIZ-Führung unter Pablo Hernández de Cos bleibt hingegen skeptisch und warnt weiterhin vor strukturellen Schwächen.
Globale Regeln für den Milliardenmarkt gefordert
Um das volle Potenzial dieser Anlageklasse zu entfalten, fordert Carstens einen globalen Regulierungsrahmen. Nur so könne das Vertrauen in Emittenten wie das Unternehmen hinter Tether, der aktuell größten an den US-Dollar gekoppelten Kryptowährung, langfristig gesichert werden.
Eine weltweite Kooperation sei zwingend erforderlich, wenn digitale Werte reibungslos mit traditionellen Währungen interagieren sollen. Bislang hinke die internationale Staatengemeinschaft bei diesem kooperativen Ansatz jedoch hinterher.
Die traditionelle Finanzwelt könne stark von Distributed-Ledger-Technologien und Tokenisierung profitieren. Ein fairer Wettbewerb und klare Richtlinien seien dafür die entscheidende Grundvoraussetzung.


