Bitcoin unter Druck: Markt erwartet neue Leitzinserhöhungen der Fed
Der Markt erwartet neue Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed, was bei Bitcoin historische Kursrisiken neu entfacht.
Anleihehändler warnen vor einem seltenen Risiko für Bitcoin. Der Markt rechnet zunehmend damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen bis Dezember wieder anheben wird. Diese makroökonomische Entwicklung weckt Erinnerungen an den letzten Zinszyklus, der erhebliche Auswirkungen auf den gesamten Kryptomarkt hatte.
Inflation zwingt Währungshüter zum Handeln
Die hartnäckige Inflation zwingt die Notenbanker möglicherweise zu einer erneuten Straffung der Geldpolitik. Laut Daten von Bloomberg preisen Händler eine erste Zinserhöhung bereits für September oder Oktober als wahrscheinlich ein.
Ein solcher Schritt wäre die erste Zinsanpassung nach oben seit dem Jahr 2023. Anhaltend hohe Ausgaben im Sektor der Künstlichen Intelligenz sowie wieder steigende Ölpreise befeuern die wirtschaftliche Dynamik, sodass die Inflation weiterhin über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent verharrt.
Historischer Vergleich: 65 Prozent Verlust für BTC
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt die Sensibilität der größten Kryptowährung gegenüber restriktiven Zinsentscheidungen. Während des letzten Straffungszyklus der Jahre 2022 und 2023 hob die Fed die Leitzinsen von nahe null auf 5,5 Prozent an.
In dieser Phase stürzte der Kurs des digitalen Goldes von rund 45.000 US-Dollar auf ein Zyklustief von 15.500 US-Dollar ab. Dies entsprach einem drastischen Rückgang von knapp 65 Prozent innerhalb weniger Monate.
Die stärksten Verwerfungen entstanden dabei jedoch durch überraschende Zinssprünge. Sobald die Märkte die Erhöhungen Anfang 2023 vollständig eingepreist hatten, verzeichnete BTC wieder Anstiege von über 20 Prozent.
Bodenbildung und ETF-Zuflüsse als Gegengewicht
Interessanterweise markierte der Höhepunkt der restriktiven Geldpolitik im November 2022 gleichzeitig den ultimativen Tiefpunkt für den Kurs. Ein neuerlicher Zinsschock könnte demnach ähnlich wirken und letzte Verkäufer aus dem Markt spülen.
Aktuell notiert Bitcoin bei rund 63.800 US-Dollar und zeigt sich trotz der Zinsängste bemerkenswert widerstandsfähig. Ein wesentlicher Faktor dafür sind die anhaltenden Kapitalzuflüsse in die Spot-ETFs, die im Juli ein unerwartetes Wachstum verzeichneten.
Diese institutionellen Gelder wirken der klassischen Bärenstimmung entgegen. Sollten die großen Investoren ihre Strategie im Vorfeld einer Zinsentscheidung jedoch anpassen, könnten plötzliche ETF-Abflüsse als zuverlässiger Frühindikator für eine drohende Marktkorrektur dienen.


