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Bitcoin-Rückgang: Schwache Nachfrage drückt Kurs, nicht MicroStrategy

Ein Krypto-Analyst von Real Vision sieht sinkende globale Liquidität als wahren Grund für den jüngsten Bitcoin-Rückgang.

29. Juli 2026 · 14:31 · 2 Min. Lesezeit
Ein roter Bitcoin-Kurs-Chart vor dem Hintergrund einer stilisierten Weltkarte, die fallende globale Liquidität zeigt.

Der jüngste Preisverfall von Bitcoin wird oft den Aktivitäten von Michael Saylor und dessen Unternehmen MicroStrategy zugeschrieben. Doch Jamie Coutts, Krypto-Chefanalyst bei Real Vision, widerspricht dieser Theorie deutlich.

In einem Podcast-Gespräch erklärte der Experte, dass der Rückgang der größten Kryptowährung primär auf eine schwache Nachfrage und sinkende globale Liquidität zurückzuführen ist. Die Handlungen eines einzelnen Unternehmens seien nicht ausschlaggebend für die aktuelle Marktdynamik.

Warum MicroStrategy nicht der Auslöser ist

MicroStrategy steht aufgrund seiner massiven, oft schuldenfinanzierten Bitcoin-Käufe häufig im Zentrum der Kritik. Coutts betont jedoch, dass dem breiteren Markt schlichtweg die Käufer fehlten, um höhere Preise aufrechtzuerhalten.

Zudem verwies er auf das Verhalten langfristiger Halter. Deren Verkaufsdruck erreichte bereits im dritten Quartal des vergangenen Jahres seinen Höhepunkt, was oft ein Indikator für späte Marktzyklen ist.

Das digitale Gold leidet laut dem Analysten unter strukturellen Problemen im Finanzsystem. Ein eigenes Risikomodell von Coutts hatte frühzeitig vor einer Korrektur von 30 bis 40 Prozent gewarnt, die im Rückblick den Höhepunkt des gesamten Zyklus markiert haben könnte.

Globale Liquidität als größtes Marktrisiko

Die abnehmende Liquidität ist laut Coutts auf mehrere Akteure zurückzuführen, die aggressiv um Kapital konkurrieren. KI-Unternehmen nehmen mehr Schulden auf, während massive private Finanzierungsrunden zusätzliches Geld binden.

Das größte strukturelle Risiko sieht der Analyst jedoch in der steigenden Staatsverschuldung der USA. Die Schulden wachsen deutlich schneller als die verfügbare Liquidität, was ein Ungleichgewicht schafft, das letztlich politische Reaktionen erfordern wird.

Coutts erwartet, dass in diesem oder im nächsten Jahr frisches Kapital in die Finanzmärkte zurückkehren wird. Allerdings könnten sich die makroökonomischen Bedingungen zunächst noch weiter verschlechtern.

Tokenisierung und KI als zukünftige Kurstreiber

Für den nächsten Krypto-Zyklus identifiziert der Analyst Tokenisierung und autonome KI-Agenten als entscheidende Wachstumsfaktoren. Tokenisierte Vermögenswerte könnten traditionelle Finanzaktivitäten direkt auf die Blockchain bringen.

Gleichzeitig dürften KI-Systeme eine völlig neue Nachfrage nach digitalen Zahlungen und dezentraler Infrastruktur generieren. Eine solche Kombination aus begrenztem Angebot und echter technologischer Nachfrage würde sich stark von früheren, rein spekulationsgetriebenen Marktzyklen unterscheiden.

Eine nachhaltige Erholung von BTC hängt somit weniger von einzelnen Großinvestoren ab. Entscheidend bleibt für den Analysten die Frage, wann die globale Liquidität wieder zu expandieren beginnt.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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