Bank of Japan plant schnellere Zinsschritte – Bitcoin-Risiko steigt
Die Bank of Japan erwägt raschere Zinserhöhungen, was durch Carry-Trade-Auflösungen den Bitcoin-Kurs belasten könnte.
Die Bank of Japan (BOJ) zieht laut einem Bloomberg-Bericht ein schnelleres Tempo bei Zinserhöhungen in Betracht, um der anhaltenden Abwertung des Yen entgegenzuwirken. Für Krypto-Investoren rückt damit ein massives makroökonomisches Risiko in den Fokus, da eine abrupte Zinswende eine Verkaufswelle auslösen könnte.
Yen auf historischem Tiefstand setzt Notenbank unter Druck
Der japanische Yen notiert aktuell auf dem niedrigsten Stand seit fast 40 Jahren. Diese signifikante Schwäche treibt die Importkosten in die Höhe und verschärft den Inflationsdruck auf die heimische Wirtschaft erheblich.
Infolgedessen verabschieden sich die japanischen Währungshüter zunehmend von ihrem bisherigen Rhythmus, die Zinsen lediglich im Halbjahrestakt anzupassen. Auch wenn für die anstehende Sitzung am 31. Juli keine sofortigen Maßnahmen erwartet werden, gilt ein Zinsschritt noch vor Dezember mittlerweile als wahrscheinlich.
Das Carry-Trade-Risiko für die größte Kryptowährung
Für den Kryptomarkt stellt ein erstarkender Yen eine akute Gefahr dar. Eine plötzliche Aufwertung der japanischen Währung könnte Investoren dazu zwingen, ihre sogenannten Yen-Carry-Trades schlagartig auflösen zu müssen.
Bei dieser Strategie leihen sich Händler Kapital im Niedrigzinsumfeld Japans, um es in risikoreichere Anlageklassen wie das digitale Gold zu investieren. Fließt diese Liquidität abrupt ab, drohen rasante Zwangsliquidierungen in gehebelten Positionen.
Bereits im Juni hatte die BOJ den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,0 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 31 Jahren. Die unmittelbare Folge war ein spürbarer Rücksetzer beim BTC-Kurs, da Marktteilnehmer ihre yen-finanzierten Krypto-Investments hastig abbauten.
Analysten blicken auf die Marke von 66.000 US-Dollar
Trotz der makroökonomischen Unsicherheiten zeigt sich die nach Marktkapitalisierung wichtigste Kryptowährung derzeit widerstandsfähig und konsolidiert nahe der Marke von 66.000 US-Dollar. Marktbeobachter werten diese Stabilität als Indiz dafür, dass BTC zunehmend als Absicherung gegen die Schwäche traditioneller Fiat-Währungen fungiert.
Analysten von Goldman Sachs weisen zudem darauf hin, dass eine fortgesetzte Abwertung des Yen den Carry-Trade kurzfristig sogar weiter stützen könnte. Entscheidend für die mittelfristige Kursentwicklung bleibt somit der Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem Yen (USD/JPY).


