Ethereum-Lender Aave verliert 6 Milliarden US-Dollar nach Kelp-Hack
Ein Hack der Kelp-Bridge reißt eine Millionenlücke beim DeFi-Lender Aave und löst eine massive Kapitalflucht aus.
Der Krypto-Kreditgeber Aave verzeichnete am Wochenende einen drastischen Kapitalabfluss von rund 6,6 Milliarden US-Dollar. Ursache ist ein massiver Hack der Kelp-Bridge, bei dem Angreifer gestohlene Ethereum-Restaking-Token nutzten, um ungedeckte Kredite aufzunehmen.
Kettenreaktion trifft die Smart-Contract-Plattform
Obwohl die Smart Contracts von Aave selbst nicht kompromittiert wurden, leidet das Protokoll schwer unter den Folgen des externen Angriffs. Hacker erbeuteten zuvor 116.500 rsETH im Wert von etwa 292 Millionen US-Dollar aus dem Kelp-Protokoll.
Diese Token hinterlegten die Kriminellen anschließend als Sicherheit auf der Plattform Aave V3 im Ethereum-Netzwerk. Im Gegenzug liehen sie sich Wrapped Ether (WETH) aus und hinterließen dem DeFi-Giganten eine uneinbringliche Schuld von rund 196 Millionen US-Dollar.
Systemisches Risiko durch Liquid Restaking
Der Vorfall verdeutlicht die wachsenden strukturellen Risiken im florierenden Sektor des Liquid Restaking. Wenn Krypto-Anleger bereits gestaktes Ether (ETH) über Protokolle wie EigenLayer auslagern und die Quittungs-Token als Sicherheit einsetzen, entstehen hochkomplexe Abhängigkeiten.
Anleger reagierten auf die finanzielle Lücke in den Aave-Büchern mit sofortigen Kapitalabzügen. Der Total Value Locked (TVL) der Plattform stürzte von 26,4 Milliarden auf knapp 20 Milliarden US-Dollar ab, während der native Token um 16 Prozent einbrach.
Aktuell evaluiert die dezentrale autonome Organisation (DAO) hinter Aave die verbleibenden Handlungsoptionen. Sollten die plattformeigenen Rücklagen nicht ausreichen, um das Defizit zu decken, könnten die Halter gestakter AAVE-Token zur Kompensation der Verluste herangezogen werden.


