XRP-Urteil: 4.000 Anleger sicherten Ripple den Sieg gegen die SEC
Laut Anwalt John Deaton waren die Aussagen von knapp 4.000 XRP-Anlegern entscheidend für den juristischen Sieg von Ripple.
Im historischen Rechtsstreit zwischen Ripple und der US-Börsenaufsicht (SEC) spielte eine unerwartete Gruppe die Hauptrolle. Laut dem Anwalt John Deaton waren die eidesstattlichen Erklärungen von knapp 4.000 XRP-Haltern ausschlaggebend für das wegweisende Urteil, dass der Token auf Sekundärmärkten kein Wertpapier ist.
Eidesstattliche Erklärungen als Wendepunkt im SEC-Verfahren
Deaton vertrat die Kleinanleger in dem Verfahren als sogenannter „Amicus Curiae“, einem formellen Freund des Gerichts. Von tausenden eingereichten Beweismitteln berief sich Richterin Analisa Torres in ihrem finalen Urteil gezielt auf die Aussagen dieser Investoren.
Zusätzlich zitierte das Gericht Deatons Argumentation aus dem LBRY-Verfahren, einem weiteren prominenten Krypto-Rechtsstreit. Der Jurist vertrat die simple, aber wirkungsvolle These, dass reiner Computercode für sich genommen kein Wertpapier darstellen kann.
Der Howey-Test und die Regulierung von Krypto-Assets
Um seinen Standpunkt zu untermauern, zog Deaton einen Vergleich zu Orangenplantagen heran. Dies war eine direkte Anspielung auf den Howey-Test aus dem Jahr 1946, bei dem der Verkauf von Plantagen als Investment eingestuft wurde, die Frucht selbst jedoch nicht.
Richterin Torres wandte genau diese Logik auf die sechstgrößte Kryptowährung an. Während der direkte Verkauf an institutionelle Investoren in Höhe von knapp 729 Millionen US-Dollar gegen Wertpapiergesetze verstieß, galt dies nicht für den Handel auf Krypto-Börsen. Ripple zahlte im Jahr 2024 eine Strafe von 125 Millionen US-Dollar, um den Fall endgültig abzuschließen.
XRP-Kurs reagiert verhalten auf historische Enthüllung
Obwohl das Urteil die US-Kryptopolitik bis heute maßgeblich prägt, zeigt sich der Markt aktuell unbeeindruckt. Das Krypto-Asset notierte zuletzt bei rund 1,08 US-Dollar und verzeichnete damit einen leichten Tagesverlust von drei Prozent.
Dennoch bleibt die langfristige Bedeutung des Falls für die gesamte Branche unbestritten. Ripple-CEO Brad Garlinghouse gab kürzlich zu, dass das Unternehmen beinahe geschlossen worden wäre, anstatt sich der mächtigen US-Behörde über Jahre hinweg vor Gericht zu stellen.


