XRP-Kurs fällt drastisch – riskante Long-Wetten belasten den Token
Der Ripple-Token XRP notiert 67 Prozent unter seinem Höchststand, belastet durch riskante Long-Wetten und Wal-Verkäufe.
Der Ripple-Token XRP verzeichnet aktuell den stärksten Kursrückgang unter den führenden Kryptowährungen und notiert rund 67 Prozent unter seinem Allzeithoch. Dieser überdurchschnittliche Absturz wird durch riskante Hebel-Positionen von Tradern und den stetigen Rückzug großer Investoren angetrieben.
XRP zeigt größte Schwäche im Krypto-Vergleich
Ein Blick auf die Marktdaten offenbart die alarmierende Schwäche des Krypto-Assets. Während Bitcoin etwa 48 Prozent und Ethereum rund 60 Prozent unter ihren jeweiligen Höchstständen liegen, bildet der Token des kalifornischen Fintechs mit einem Minus von 67 Prozent das Schlusslicht.
Auch in der kurzfristigen Betrachtung setzt sich dieser Negativtrend fort. Die 90-Tage-Rendite fällt mit minus 21 Prozent deutlich schlechter aus als bei vergleichbaren digitalen Werten.
In schwachen Marktphasen agiert die Kryptowährung wie ein High-Beta-Asset. Das bedeutet, dass allgemeine Kursverluste des Marktes unverhältnismäßig stark nach unten verstärkt werden.
Überkaufte Long-Positionen blockieren den XRP-Kurs
Ein Hauptgrund für die schwache Performance ist die einseitige Positionierung am Derivatemarkt. Daten zeigen, dass sowohl institutionelle Händler als auch Kleinanleger massiv auf steigende Kurse wetten.
Wenn nahezu alle Marktteilnehmer bereits Long-Positionen halten, fehlt frisches Kapital, um den Preis weiter nach oben zu treiben. Sobald der Kurs leicht nachgibt, drohen Zwangsliquidierungen dieser gehebelten Wetten.
Ein solcher Dominoeffekt treibt die Notierung dann rasant in den Keller. Im aktuellen Marktzyklus haben Händler durch derartige Kaskaden bereits 700 Millionen US-Dollar verloren.
Große Wale trennen sich von ihren Beständen
Erschwerend kommt hinzu, dass fundamentale Unterstützung aus den eigenen Reihen wackelt. Die Analyseplattform Santiment verzeichnet einen stetigen Rückgang bei Krypto-Wallets, die mehr als eine Milliarde Token halten.
Der Anteil dieser Großinvestoren am Gesamtangebot ist seit Ende April von 39,4 Prozent auf 38,65 Prozent gesunken. Auch wenn diese prozentuale Veränderung gering erscheint, entspricht sie einem Abverkauf von Milliarden Token.
Üblicherweise fangen diese sogenannten Wale starken Verkaufsdruck ab und bilden einen Boden für den Kurs. Deren aktueller Rückzug nimmt dem digitalen Asset nun ein wichtiges Sicherheitsnetz im Markt.


