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Tether ignoriert MiCA-Regulierung: Börsen delisten USDT in Europa

Tether verzichtet auf eine MiCA-Lizenz, weshalb führende Krypto-Börsen den Stablecoin USDT für EU-Nutzer auslisten.

16. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Eine Tether-Münze vor einem europäischen Flaggenhintergrund mit einem Kurs-Chart

Die Europäische Union setzt mit der MiCA-Verordnung neue Standards, doch Tether weigert sich, eine Lizenz für seinen Stablecoin USDT zu beantragen. Infolgedessen haben große Krypto-Börsen wie Coinbase und Kraken damit begonnen, den Handel mit der digitalen Leitwährung für europäische Nutzer einzuschränken.

Zeitdruck für Krypto-Unternehmen in Europa

Am 1. Juli endet eine entscheidende Frist der wegweisenden „Markets in Crypto-Assets“-Richtlinie (MiCA). Bisher haben laut Branchenberichten nur 194 von knapp 3.000 in der EU registrierten Krypto-Firmen die erforderliche Zulassung erhalten.

Das bedeutet, dass rund 75 Prozent der Anbieter nach Ablauf der nationalen Übergangsfristen ihre Dienste in Europa einstellen müssen. Wer diese Frist verpasst, verliert den direkten Zugang zu einem der weltweit wichtigsten Märkte für digitale Vermögenswerte.

Tether bleibt größter MiCA-Kritiker

Der Emittent der weltgrößten an den Dollar gekoppelten Kryptowährung lehnt eine Anpassung an die europäischen Vorgaben strikt ab. CEO Paolo Ardoino kritisiert insbesondere die strengen Anforderungen an das Reservemanagement und die Bankvorgaben.

Laut Ardoino könnten diese Richtlinien ironischerweise neue Risiken für Stablecoin-Herausgeber schaffen, anstatt den Markt abzusichern. Aus diesem Grund plant das Unternehmen nicht, seinen Haupt-Token an die EU-Gesetze anzupassen.

Konkurrenz profitiert vom USDT-Bann

Die Haltung des Krypto-Unternehmens zeigt bereits konkrete Auswirkungen auf den Handel. Plattformen wie Coinbase, Kraken und Crypto.com haben den Zugang zu dem Stablecoin für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum eingeschränkt oder komplett gestrichen.

Mit einer Marktkapitalisierung von über 150 Milliarden US-Dollar dominiert das Asset zwar den globalen Markt, räumt in Europa jedoch das Feld für regulierte Alternativen. Profiteure dieser Verschiebung sind vor allem der Konkurrent Circle mit seinem USDC sowie Ripple, das kürzlich den konformen RLUSD-Token vorgestellt hat.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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