Südkorea ermittelt gegen CEO der Bitcoin-Börse Bithumb
Die Polizei ermittelt gegen den Bithumb-CEO wegen Bestechung. Er soll den Sohn eines Politikers illegal eingestellt haben.
Die südkoreanische Polizei hat offizielle Ermittlungen gegen Lee Jae-won, den CEO der großen Bitcoin-Börse Bithumb, wegen mutmaßlicher Bestechung eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, den Sohn eines lokalen Politikers im Gegenzug für regulatorische Vorteile illegal eingestellt zu haben.
Vorwürfe gegen Parlamentarier und Bithumb-Führung
Im Zentrum des Skandals steht der unabhängige Abgeordnete Kim Byung-ki. Er war Teil eines Ausschusses zur Überwachung der nationalen Finanzmarktregulierung.
Laut lokalen Medienberichten forderte Kim den CEO der Handelsplattform bei einem Treffen in Seoul auf, seinen zweiten Sohn einzustellen. Dieser arbeitete daraufhin für rund sechs Monate bei dem Krypto-Unternehmen.
Die Ermittler vermuten, dass Kim seine politische Position anschließend missbrauchte. Er soll im Ausschuss wiederholt den direkten Bithumb-Konkurrenten Dunamu ins Visier genommen haben, um der Börse einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Razzien und wachsender regulatorischer Druck
Im Zuge der sich ausweitenden Ermittlungen durchsuchte die Polizei den Hauptsitz der Plattform in den vergangenen Monaten bereits mehrfach. Die Bestechungsvorwürfe gegen den CEO sind dabei nur ein Teil eines größeren Korruptionsverfahrens gegen Kim, das 13 separate Verdachtsmomente umfasst.
Für Bithumb reißt die Serie an juristischen Problemen damit nicht ab. Erst im März verhängten die südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörden eine Geldstrafe von 24,5 Millionen US-Dollar sowie eine sechsmonatige Teilsuspendierung gegen den Marktplatz.
Die Strafe basierte auf massiven Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung und den internen Compliance-Richtlinien. Zuvor stand das Unternehmen bereits in der Kritik, nachdem ein gravierender Anzeigefehler beim Bitcoin-Kurs fälschlicherweise Transaktionen im Wert von 43 Milliarden US-Dollar suggerierte und tausende Nutzer betraf.


