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Bitcoin-Hack: 70 Millionen US-Dollar aus Coldcard-Wallets gestohlen

Ein schwerer Firmware-Fehler führte zum Diebstahl von über 1.000 Bitcoin aus angeblich sicheren Coldcard-Hardware-Wallets.

1. August 2026 · 06:01 · 2 Min. Lesezeit
Eine Bitcoin-Münze liegt neben einem Coldcard Hardware-Wallet auf einem dunklen Tisch.

Unbekannte Angreifer haben am 30. Juli über 1.000 Bitcoin im Wert von rund 70 Millionen US-Dollar aus 1.196 Coldcard-Wallets entwendet. Der großangelegte Diebstahl ereignete sich in einem Zeitfenster von nur 41 Minuten, ohne dass die Täter physischen Zugriff auf die Geräte hatten.

Firmware-Fehler ermöglicht Offline-Rekonstruktion

Einem aktuellen Bericht von Galaxy Research zufolge liegt die Ursache in einer fehlerhaften Firmware bestimmter Coldcard-Hardware-Wallets. Diese Schwachstelle führte zu einer mangelhaften Generierung der sogenannten Seed-Phrasen.

Anstatt einen dedizierten Hardware-Zufallsgenerator zu nutzen, griff das System bei der Schlüsselerstellung auf die Seriennummer des Chips und interne Taktgeber zurück. Dadurch konnten Angreifer den Pool möglicher Schlüsselketten drastisch eingrenzen und die privaten Schlüssel der Opfer offline berechnen.

Gestohlene BTC bleiben vorerst unbewegt

Die Analysten von Galaxy Research konnten den Ablauf auf der Blockchain detailliert rekonstruieren. Demnach wurden insgesamt 1.082,65 BTC gebündelt über sechs Blöcke hinweg in das Netzwerk eingespeist.

Die entwendeten Einheiten der größten Kryptowährung liegen derzeit auf vier verschiedenen Adressen. Bislang wurden die Gelder von den Tätern nicht weiter transferiert oder gewaschen.

Trügerische Sicherheit bei Offline-Speicherung

Der Vorfall untergräbt das Kernversprechen von Hardware-Wallets, die durch ihre strikte Isolation vom Internet eigentlich als sicherste Aufbewahrungsmethode für digitales Gold gelten. Sicherheitsfirmen warnen nun davor, dass noch weitere Nutzer von dem Exploit betroffen sein könnten.

Das fundamentale Problem besteht derzeit darin, dass Besitzer nicht zuverlässig überprüfen können, ob ihre initiale Seed-Phrase unter einer fehlerhaften Firmware-Version erstellt wurde. Ermittler werten aktuell Protokolle von Blockchain-Datenanbietern aus, um die Spuren der Angreifer weiter zurückzuverfolgen.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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