Märkte live 20:59 MEZ · Aktualisiert

Bitcoin-Soft-Fork BIP-110 scheitert nach Widerstand von Michael Saylor

Der umstrittene Bitcoin-Soft-Fork BIP-110 ist an der fehlenden Zustimmung der Miner und prominenter Kritiker gescheitert.

1. August 2026 · 13:26 · 2 Min. Lesezeit
Porträt von Michael Saylor neben einer physischen Bitcoin-Münze

Das vorgeschlagene Bitcoin-Update BIP-110 ist endgültig gescheitert. Der umstrittene Soft Fork verfehlte die notwendige Zustimmung der Miner, nachdem prominente Branchengrößen wie Michael Saylor und Adam Back massiven Widerstand geleistet hatten.

Fehlende Mehrheit für das Bitcoin-Update

Das Analyseunternehmen Farside UK bestätigte auf der Plattform X das Scheitern des Vorschlags. Die Initiative verfehlte die erforderliche Zustimmungsquote von 55 Prozent im Netzwerk deutlich.

Um diese Hürde noch zu nehmen, hätten in der Endphase über 73 Prozent der Miner für die Änderung signalisieren müssen. Da dies nicht geschah, wird das geplante Update nun endgültig verworfen.

Streit um Spam-Schutz auf der Blockchain

Im Kern sollte BIP-110 sogenannte Non-Payment-Daten wie Bilder und Texte für ein Jahr aus dem Netzwerk verbannen. Befürworter wollten durch diese temporären Einschränkungen den Blockchain-Spam reduzieren und Ressourcen für finanzielle Transaktionen freimachen.

Das vom Entwickler Dathon Ohm ausgearbeitete Konzept umfasste sieben temporäre Konsensänderungen. Darunter fielen neue Limits für Blockgrößen und das Verbot bestimmter Befehle im Tapscript.

Kritiker warnen vor technischen Risiken

Der Widerstand gegen das Update kam aus den höchsten Rängen der Krypto-Szene. Neben MicroStrategy-Gründer Michael Saylor sprachen sich auch Blockstream-CEO Adam Back und JAN3-Chef Samson Mow vehement gegen die Pläne aus.

Kritiker bemängelten vor allem die unnötigen technischen Risiken der Implementierung. Einige Entwickler warnten gar vor einem potenziellen Aktivierungsfehler, der im schlimmsten Fall zu einer unbeabsichtigten Spaltung der Blockchain hätte führen können.

Zudem wiesen Experten darauf hin, dass die geplanten Restriktionen ihr Ziel weitestgehend verfehlen würden. Bilder und andere systemfremde Daten hätten trotz des Soft Forks weiterhin auf dem digitalen Gold gespeichert werden können.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

Ähnliche Artikel

Short-Seller Chanos nutzt 80-Milliarden-Spread bei Bitcoin und MSTR

MicroStrategy hält Bitcoin-Bestand stabil und erhöht Dollar-Reserven

Bitcoin überspringt 72.500 US-Dollar nach US-Drohungen gegen den Iran