Stablecoin-Regulierung: USA und UK einigen sich vor CLARITY Act
Die USA und Großbritannien haben gemeinsame Stablecoin-Richtlinien beschlossen, während der CLARITY Act näher rückt.
Die Regierungen der USA und Großbritanniens haben sich auf gemeinsame Richtlinien für Stablecoins geeinigt. Der Vorstoß erfolgt zeitgleich mit den Bemühungen des US-Senats, den sogenannten CLARITY Act noch vor der parlamentarischen Sommerpause zu verabschieden.
Beide Nationen positionieren digitale Währungen mit Preisbindung als wichtiges Instrument für grenzüberschreitende Finanztransaktionen. Die gemeinsame Erklärung der neu gegründeten „Transatlantic Taskforce for Markets of the Future“ soll klare Marktstrukturen schaffen und eine regulatorische Fragmentierung verhindern.
Strenge Vorgaben für Reserven und Anlegerschutz
Ein zentraler Punkt der neuen Übereinkunft ist die vollständige Deckung von Stablecoins. Die Herausgeber müssen künftig eine 1:1-Besicherung mit hochliquiden und sicheren Vermögenswerten nachweisen.
Zudem fordern die Regulatoren eine strikte Trennung zwischen Unternehmensgeldern und den eigentlichen Kundenreserven. Im Falle einer Insolvenz sollen die Inhaber der digitalen Token rechtlich geschützte, vorrangige Ansprüche auf diese Rücklagen erhalten.
Der neue regulatorische Rahmen betrifft unweigerlich Branchengrößen wie Tether (USDT). Als wichtigster Stablecoin-Emittent mit einer Marktkapitalisierung von weit über 100 Milliarden US-Dollar setzen die neuen amerikanisch-britischen Standards maßgebliche Hürden für den künftigen operativen Betrieb auf diesen Märkten.
Politik macht Druck, Banken warnen
Die Einigung fällt in eine politisch brisante Phase in den Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump forderte den Senat zuletzt nachdrücklich auf, den CLARITY Act zügig zu verabschieden, um die USA zur globalen Krypto-Hauptstadt zu machen.
Gleichzeitig äußern traditionelle Bankenverbände massive Bedenken. Sie warnen davor, dass zu lockere Formulierungen im Gesetzestext Kunden dazu bewegen könnten, ihre klassischen Bankeinlagen massenhaft in digitale Währungen umzuschichten.
Dies könnte insbesondere kleine und regionale Kreditinstitute in den USA unter enormen Liquiditätsdruck setzen. Die Gesetzgeber stehen nun vor der Herausforderung, Innovationen zu fördern, ohne das traditionelle Bankenwesen zu destabilisieren.


