Bitcoin-Miner reduzieren Hashrate um 13 Prozent zugunsten von KI
Börsennotierte Bitcoin-Miner reduzieren ihre Hashrate deutlich, um Infrastruktur für lukrative KI-Anwendungen zu nutzen.
Börsennotierte Bitcoin-Miner haben ihre Kapazitäten drastisch reduziert, um ihre Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) und High-Performance Computing (HPC) bereitzustellen. Die sogenannte Hashrate dieser Unternehmensgruppe fiel um 13,4 Prozent, da der Fokus zunehmend auf lukrativere Rechenzentren verschoben wird.
KI und HPC verdrängen klassisches Mining
Laut einem Bericht von BlocksBridge Consulting drosseln öffentliche Betreiber ihre Leistung schneller als das restliche Netzwerk. Die kombinierte Hashrate dieser Gruppe sank innerhalb von sechs Monaten von 368,3 auf 319 Exahashes pro Sekunde (EH/s).
Ohne das Unternehmen Bitdeer, das gegen den Trend expandierte, läge der Rückgang sogar bei 21,2 Prozent. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Rechenleistung des gesamten Netzwerks der größten Kryptowährung ging im selben Zeitraum lediglich um 10,6 Prozent zurück.
Umsatzverschiebung bei Branchenriesen
Der strategische Wechsel zeigt sich deutlich in den Bilanzen der Konzerne. Core Scientific verzeichnete in seinem letzten Quartal Einnahmen von 136,7 Millionen US-Dollar durch Colocation-Dienste, während das Schürfen des digitalen Goldes nur 27,5 Millionen US-Dollar einbrachte.
Auch TeraWulf erwirtschaftete mit 31,9 Millionen US-Dollar durch HPC-Leasing mehr als doppelt so viel wie mit dem Krypto-Kerngeschäft. Lediglich Riot Platforms und Bitdeer generieren aktuell noch den Großteil ihrer Umsätze durch das Erzeugen neuer BTC.
Folgen des Halvings und des KI-Booms
Analysten sehen in dieser Entwicklung die Umkehr einer Expansionswelle, die nach dem Mining-Verbot in China im Jahr 2021 begann. Damals bauten viele Betreiber mit hohem Kapitalaufwand riesige Kapazitäten in Nordamerika auf.
Durch die gesunkene Profitabilität nach dem letzten Bitcoin-Halving hat sich die wirtschaftliche Lage für die Miner verändert. Die massiv gestiegene Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen bietet den Betreibern nun eine höchst profitable Ausweichmöglichkeit.


