Neues Gesetz: Hawaii verbietet Bargeldeinzahlungen an Bitcoin-Automaten
Ab Oktober dürfen Krypto-Geldautomaten in Hawaii kein Bargeld mehr für den Kauf von Bitcoin und Co. annehmen.
Hawaii greift im Kampf gegen Betrug hart durch und verbietet ab dem 1. Oktober Bargeldeinzahlungen an Bitcoin- und Krypto-Geldautomaten. Ein neues Gesetz soll vor allem ältere Bürger schützen, die zunehmend Opfer von Scam-Netzwerken werden.
Schutz vor Betrug an Bitcoin-Automaten steht im Fokus
Gouverneur Josh Green unterzeichnete bereits im Juli den sogenannten „Act 224“. Dieser untersagt es Betreibern künftig, US-Dollar in bar gegen digitale Vermögenswerte wie Bitcoin (BTC) einzutauschen. Hintergrund sind alarmierende Zahlen der US-Ermittlungsbehörden.
Untersuchungen in anderen Bundesstaaten wie Washington, D.C. und Iowa zeigten, dass über 93 Prozent der Transaktionen an solchen Kiosken auf Betrugsmaschen zurückgehen. In Hawaii registrierte das FBI im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von knapp 3,85 Millionen US-Dollar durch Automaten-Betrug – fast eine Vervierfachung zum Vorjahr. Insgesamt belaufen sich die krypto-bezogenen Betrugsschäden im Bundesstaat sogar auf rund 80 Millionen US-Dollar.
Auszahlungen und Krypto-Swaps bleiben legal
Das neue Gesetz bedeutet jedoch nicht das vollständige Aus für die landesweit rund 57 Automaten, die laut dem Branchenportal CoinATMRadar auf vier Inseln Hawaiis registriert sind. Betreiber dürfen die Terminals weiterhin nutzen, solange sie keine Banknoten für den Kauf der Kryptowährungen annehmen.
Kunden können demnach weiterhin ihre digitalen Assets an den Maschinen gegen US-Dollar verkaufen und sich Bargeld auszahlen lassen. Auch der direkte Tausch von einer Kryptowährung in eine andere bleibt nach dem neuen Gesetz vollständig legal.
Anonymität der Terminals lockt Kriminelle an
Laut dem hawaiianischen Bankenkommissar Dwight Young nutzen Kriminelle die Automaten gezielt aus, da Transaktionen weitgehend anonym und schwer rückverfolgbar sind. Oftmals werden ältere Menschen – in Hawaii traditionell „Kupuna“ genannt – durch fingierte Anrufe, SMS oder angebliche Gerichtsvorladungen in Panik versetzt und unter Druck gesetzt, Bargeld an den Terminals einzuzahlen.
Hawaii steht mit seiner strengeren Regulierung nicht allein da. Auch in Texas diskutieren Gesetzgeber nach lokalen Betrugsschäden in Höhe von 57 Millionen US-Dollar über ein ähnliches Verbot. In Delaware werden aktuell ebenfalls entsprechende Gesetzesentwürfe vorangetrieben.


