Nordkoreanische Hacker entwickeln lokale KI-Tools für Bitcoin-Angriffe
Die nordkoreanische Hackergruppe Kimsuky nutzt maßgeschneiderte KI-Modelle für Angriffe auf das Bitcoin-Ökosystem.
Die nordkoreanische Hackergruppe Kimsuky hat maßgeschneiderte Systeme für Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, um gezielte Angriffe auf Bitcoin und andere Kryptowährungen durchzuführen. Einem Bericht der südkoreanischen Sicherheitsfirma Genians zufolge automatisieren die staatlich unterstützten Angreifer damit hochkomplexe Phishing-Kampagnen.
Lokale KI-Modelle perfektionieren Phishing-Attacken
Die Hacker setzen auf lokale große Sprachmodelle (LLMs) und eine sogenannte Retrieval-Augmented Generation (RAG). Dadurch entsteht ein privates, vollständig offline nutzbares KI-System.
Gestohlene Daten können so analysiert werden, ohne Informationen an externe KI-Dienste preiszugeben. Für den Aufbau dieser Infrastruktur nutzte Kimsuky Open-Source-Lösungen wie Ollama, GPT4All und Msty.
Zudem fanden Sicherheitsexperten Spuren des KI-Programmierassistenten Cursor sowie spezieller Sprach-zu-Text-Software. Diese technologische Aufrüstung ermöglicht es den Cyberkriminellen, ihre Angriffsfläche drastisch zu vergrößern.
Gefälschte Dokumente zielen auf das Bitcoin-Ökosystem ab
Mit den neuen Werkzeugen generieren die Angreifer täuschend echte Dokumente mit Krypto-Bezug. Diese dienen als gezielte Köder für Spearphishing-Angriffe im Sektor der virtuellen Vermögenswerte.
Laut Genians zeichnen sich die KI-generierten Texte durch eine besonders natürliche Schreibweise aus. Dies erhöht die Erfolgsquote der böswilligen Akteure erheblich, da Opfer die gefälschten Dateien unbedarfter ausführen.
Staatlich gelenkte Hacker aus Nordkorea haben in den vergangenen Jahren bereits digitale Assets im Wert von rund 6,75 Milliarden US-Dollar erbeutet. Die größte Kryptowährung steht dabei häufig im Zentrum der illegalen Aktivitäten zur staatlichen Devisenbeschaffung.
Entwickler verteidigen die Netzwerksicherheit
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Cyberangriffe mobilisiert das Krypto-Ökosystem seine Abwehrkräfte. Das sogenannte Bitcoin Red Team hat kürzlich 85 kritische Sicherheitslücken in 390 verschiedenen Projekten identifiziert.
Die Freiwilligen-Initiative nutzt selbst Künstliche Intelligenz, um Schwachstellen im Code aufzuspüren. Damit stärkt die Community proaktiv den Schutz der Nutzergelder vor den hochentwickelten Bedrohungen.


