MEXC und Kraken locken USDT-Trader mit tokenisierten Aktien
Immer mehr Krypto-Börsen bieten den Handel von traditionellen Aktien gegen USDT an. Doch das Kleingedruckte birgt Risiken.
Krypto-Investoren, die über Bestände im Stablecoin USDT verfügen, können ihre Mittel zunehmend direkt in traditionelle Anlageklassen wie Gold, Öl oder US-Aktien umschichten. Börsen wie MEXC, Kraken und Coinbase bauen ihre Plattformen schrittweise zu umfassenden Brokern um. Doch hinter der bequemen Handelsoberfläche verbergen sich oft komplexe Finanzprodukte, die keine echten Eigentumsrechte bieten.
Tokenisierte Aktien verzeichnen rasantes Wachstum
Der Markt für tokenisierte Wertpapiere wächst rasant. Bis zum Juli stieg der Marktwert solcher Finanzprodukte auf rund 2,3 Milliarden US-Dollar an, verglichen mit lediglich 329 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Neben MEXC mischen auch andere Branchengrößen mit. Kraken meldet für seine hauseigenen xStocks-Produkte bereits ein kumuliertes Transaktionsvolumen von über 25 Milliarden US-Dollar.
Auch Coinbase arbeitet an eigenen tokenisierten Aktienangeboten. Das Ziel der Handelsplätze ist klar: Nutzer sollen das Krypto-Ökosystem nicht mehr verlassen müssen, um traditionelle Märkte zu handeln.
SpaceX-Anteile verdeutlichen die Risiken
Die hohe Nachfrage zeigte sich kürzlich bei einem Vorbörsen-Angebot von MEXC für SpaceX-Anteile. Fast 80.000 Nutzer zeichneten über das hauseigene Launchpad Abonnements im Wert von knapp 200 Millionen US-Dollar.
Trotz der einfachen Bedienoberfläche erwerben die Trader hierbei keine direkten Unternehmensanteile. Die Plattform strukturiert das Angebot als sogenannte Mirror Credits, die lediglich den Wert des Unternehmens abbilden.
Investoren erhalten somit weder Stimmrechte noch eine Gewinnbeteiligung. Auch bei den angebotenen Aktien-Futures handeln die Nutzer lediglich auf Marge, ohne die Basiswerte jemals zu besitzen.
US-Börsenaufsicht mahnt zur Vorsicht
Die US-Börsenaufsicht SEC beobachtet diese Entwicklung mit Skepsis. Die Behörde warnte kürzlich, dass tokenisierte Produkte von Drittanbietern spezifische Kontrahentenrisiken bergen.
Sollte der Emittent des Tokens insolvent gehen, könnten Anleger einen Totalverlust erleiden. Dies unterscheidet sich fundamental vom direkten Halten eines Wertpapiers bei einem regulierten Broker.
Um rechtlichen Problemen vorzubeugen, bietet MEXC mittlerweile zusätzlich den Dienst RealStocks an. Hierbei erwerben berechtigte Nutzer über einen Broker-Partner tatsächliche US-Aktien samt Dividendenanspruch.


