Tether und Co: Stablecoin-Reserven auf Börsen sinken um 20 Prozent
Die Stablecoin-Reserven auf zentralisierten Krypto-Börsen sind um 20 Prozent auf 64 Milliarden US-Dollar eingebrochen.
Die Stablecoin-Reserven auf zentralisierten Krypto-Börsen sind drastisch gesunken und haben rund 20 Prozent an Volumen eingebüßt. Laut aktuellen Daten von CryptoQuant fiel die Liquidität von einem kürzlichen Hoch bei knapp 80 Milliarden auf nunmehr 64 Milliarden US-Dollar.
Dieser Rückgang entzieht dem Markt wichtiges Kapital, das normalerweise für sofortige Käufe von Bitcoin und anderen digitalen Währungen bereitsteht.
Binance dominiert den schrumpfenden Markt
Während Plattformen wie Coinbase, Bybit und OKX starke Abflüsse verzeichnen, zeigt sich Binance deutlich widerstandsfähiger.
Die größte Handelsplattform der Welt konnte ihren Marktanteil an der verbleibenden Stablecoin-Liquidität auf 68,5 Prozent ausbauen. Die Krypto-Börse sichert sich somit ein immer größeres Stück eines schrumpfenden Kuchens.
Dieser Trend spiegelt sich auch im Handelsvolumen wider. Im zweiten Quartal verzeichnete Binance fast 39 Prozent des gesamten Spot-Volumens, weit vor dem Zweitplatzierten Bybit mit rund 10 Prozent.
Tether und der globale Stablecoin-Bestand
Stablecoins wie Tether (USDT) fungieren als wichtigstes Tauschmittel im digitalen Währungsraum. Die Gesamtversorgung aller an den US-Dollar gekoppelten Token fiel laut DefiLlama von knapp 316 Milliarden im Mai auf aktuell rund 300,89 Milliarden US-Dollar.
Tether bleibt dabei mit einer Marktkapitalisierung von 182,95 Milliarden US-Dollar der unangefochtene Marktführer, gefolgt von USDC mit knapp 72 Milliarden US-Dollar.
Da der globale Rückgang mit 4,8 Prozent deutlich geringer ausfällt als der Schwund auf den Börsen, verlagern Anleger ihr Kapital offenbar in externe Wallets oder dezentrale Finanzprotokolle.
Marktstimmung zwischen Angst und Hoffnung
Der Liquiditätsabfluss geht mit einer spürbar pessimistischen Stimmung unter Privatanlegern einher. Das Analyseunternehmen Santiment berichtet von einer zunehmenden Verbreitung von Angst-Narrativen auf sozialen Plattformen.
Historisch gesehen treten solche extremen Ängste oft auf, wenn Investoren die Geduld verlieren, bevor der Markt zu neuen Aufwärtsbewegungen ansetzt.
Auch der Crypto Fear and Greed Index spiegelt diese Unsicherheit wider. Der Indikator steht aktuell bei 46 Punkten und befindet sich damit noch im Bereich der Angst, hat sich aber vom massiven Tiefststand der Vorwoche bereits merklich erholt.


