Krypto-Börse HTX rotiert Ethereum- und Solana-Wallets nach Sanktionen
Die Krypto-Börse HTX wechselt nach britischen Sanktionen massiv ihre Wallet-Adressen, um Überwachungslisten zu umgehen.
Die Kryptobörse HTX hat infolge britischer Sanktionen ihre grundlegende Wallet-Infrastruktur massiv umgebaut. Wie das Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs berichtet, rotiert die Plattform ihre Hot Wallets auf Netzwerken wie Ethereum und Solana in extrem kurzen Abständen. Dies erschwert es Compliance-Behörden erheblich, den Geldfluss effektiv zu überwachen.
Schneller Wallet-Wechsel auf Ethereum und Solana
Laut TRM Labs bleibt die Börse zwar unter derselben Marke aktiv, nutzt jedoch ständig neue Adressen für Einzahlungen und interne Transfers. Nach wenigen Stunden werden die genutzten Wallets auf den Blockchains der zweitgrößten Kryptowährung (ETH) sowie auf Solana (SOL) wieder deaktiviert.
Die ständige Rotation führt dazu, dass statische Blocklists der Behörden innerhalb kürzester Zeit veralten, so die Analysten. Für Compliance-Experten entsteht dadurch ein kontinuierlich bewegliches Ziel, das mit herkömmlichen Überwachungsmethoden kaum zu fassen ist.
Vorwurf der Sanktionsumgehung
Hintergrund der technischen Umstrukturierungen sind weitreichende Maßnahmen der britischen Regierung vom 26. Mai. Das Office of Financial Sanctions Implementation verhängte harte Sanktionen gegen Huobi Global S.A., das Unternehmen hinter dem Handelsplatz.
Britische Behörden werfen der Börse vor, mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar an russische Akteure weitergeleitet zu haben. Damit soll die Umgehung bestehender Restriktionen im Zuge des Ukraine-Krieges erleichtert worden sein.
HTX dementiert unlautere Absichten
Während TRM Labs klare Parallelen zu den Verschleierungstaktiken der sanktionierten russischen Börse Garantex zieht, weist HTX die Vorwürfe strikt zurück. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass es sich bei den Wallet-Wechseln lediglich um routinemäßige und sicherheitsorientierte Plattformoperationen handele.
Bislang haben weder die USA noch die Europäische Union vergleichbare Sanktionen gegen die Plattform verhängt. TRM Labs stuft das Risiko der Sanktionsumgehung bei der Börse dennoch als hoch ein und mahnt zur Vorsicht.


