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IWF warnt vor Tether-Adoption: Nigeria verzeichnet Milliarden-Zuflüsse

Der Internationale Währungsfonds warnt vor den Risiken der massiven Nutzung von Stablecoins wie Tether in Nigeria.

16. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Krypto-Münze Tether (USDT) auf einer nigerianischen Naira-Banknote mit IWF-Logo im Hintergrund.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in einem aktuellen Bericht vor den wachsenden Risiken der massiven Stablecoin-Adoption in Nigeria gewarnt. Zwischen Juli 2023 und Juni 2024 verzeichnete das afrikanische Land Krypto-Zuflüsse in Höhe von rund 59 Milliarden US-Dollar. Dabei spielen an den US-Dollar gekoppelte Token wie Tether (USDT) eine zentrale Rolle für den Zahlungsverkehr.

Vorteile und Risiken der digitalen Dollarisierung

Der IWF erkennt in seiner Analyse an, dass die digitalen Währungen der Bevölkerung klare Vorteile bieten. Dazu zählen insbesondere die Förderung der finanziellen Inklusion und deutlich kostengünstigere grenzüberschreitende Überweisungen im Vergleich zu traditionellen Systemen.

Gleichzeitig betonen die Forscher jedoch die erheblichen Gefahren für die finanzielle Integrität des Landes. Die rasante Verbreitung von Dollar-Stablecoins fördere eine sogenannte digitale Dollarisierung.

Dieser Trend droht die inländische Geldpolitik der nigerianischen Zentralbank massiv zu schwächen. Zudem warnt die internationale Organisation vor einem Anstieg illegaler Finanzierungen, da klassische Überwachungssysteme die pseudonymen Blockchain-Transaktionen oft nicht effektiv erfassen können.

IWF fordert pragmatischen Regulierungsansatz

Reine Verbote oder Unterdrückungsversuche der Krypto-Nutzung hält der IWF für wenig erfolgversprechend. Die Experten gehen davon aus, dass solche restriktiven Maßnahmen in der Praxis nur teilweise wirksam wären.

Stattdessen plädiert der Bericht für einen pragmatischen Ansatz. Dieser soll technologische Innovationen zulassen, während die damit verbundenen Risiken aktiv gemanagt werden.

Als konkrete Lösungsansätze schlagen die Autoren eine striktere Aufsicht vor. Dies umfasst die Kombination moderner Blockchain-Analysen mit strengeren Meldepflichten für den Umtausch der Landeswährung Naira in Stablecoins.

Darüber hinaus müsse die traditionelle Zahlungsinfrastruktur dringend modernisiert werden. Nur so ließe sich die starke Abhängigkeit der Bevölkerung von unregulierten Krypto-Kanälen langfristig verringern.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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