Bitcoin-Hack: Coldcard-Schwachstelle kostet Nutzer 1,6 Millionen US-Dollar
Eine alte Schwachstelle in Coldcard-Wallets hat zu massiven Bitcoin-Diebstählen in Millionenhöhe geführt.
Ein kanadischer Unternehmer hat durch einen Hackerangriff auf seine Coldcard-Hardware-Wallet 18,25 Bitcoin (BTC) im Wert von rund 1,6 Millionen US-Dollar verloren. Der Diebstahl ereignete sich innerhalb von nur sieben Minuten und ist Teil einer weitaus größeren Angriffswelle.
Schwachstelle bei der Seed-Generierung
Der Betroffene hatte seine Bestände strikt nach den Prinzipien der Selbstverwahrung gesichert. Die Hardware-Wallet lagerte physisch in einem Schließfach, und die Seed-Phrase wurde niemals mit dem Internet verbunden.
Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen wurden die Wallets restlos geleert. Die Ursache für den Diebstahl geht auf eine fehlerhafte Code-Basis aus dem Jahr 2021 zurück, die für die Generierung der Wiederherstellungswörter verantwortlich war.
Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass Angreifer künstliche Intelligenz nutzen, um diese schwachen Schlüssel durch Brute-Force-Methoden zu knacken. Die betroffenen Nutzer hatten die als risikoarm deklarierte Standardmethode der Wallet-Software verwendet.
Galaxy Research warnt vor weiteren Angriffen
Der Einzelfall offenbart ein systemisches Problem für die größte Kryptowährung. Das Analyseunternehmen Galaxy Research hat bisher drei koordinierte Angriffswellen identifiziert, die gezielt auf Coldcard-Geräte abzielen.
Insgesamt waren bereits 4.585 Quelladressen betroffen. Dabei wurden über 1.367 Bitcoin im Wert von fast 90 Millionen US-Dollar entwendet.
Die betroffenen Bestände lagen im Durchschnitt über drei Jahre unangetastet auf den Adressen. Dies deutet stark darauf hin, dass vor allem langfristige Investoren und sogenannte Hodler ins Visier der Hacker geraten sind.
Ein Rückschlag für die Krypto-Selbstverwahrung
Für die Krypto-Community stellt dieser Vorfall einen schweren Schlag dar. Selbst Anleger, die alle gängigen Sicherheitsrichtlinien für das digitale Gold penibel befolgten, fielen der Schwachstelle zum Opfer.
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Research, stuft die Angriffe als noch laufend ein. Er ruft betroffene Anleger zum sofortigen Handeln auf.
Gelder, die auf potenziell verwundbaren Adressen liegen, sollten umgehend auf neue und sicher generierte Wallets transferiert werden. Die gestohlenen Vermögenswerte verbleiben derzeit bewegungslos auf den Adressen der Angreifer.


