Ethereum fällt unter Realized Price – Zyklustief laut CryptoQuant nah
On-Chain-Daten zeigen eine deutliche Unterbewertung von Ether, doch eine finale Trendwende steht laut Analysten noch aus.
Die Kryptowährung Ethereum nähert sich im Vergleich zu Bitcoin einem markanten Zyklustief. Laut einem aktuellen Bericht des Analyseunternehmens CryptoQuant wird Ether derzeit deutlich unter seinem realisierten Preis gehandelt, was auf eine historische Unterbewertung hindeutet.
On-Chain-Daten signalisieren Unterbewertung
Der durchschnittliche Anschaffungspreis aller zirkulierenden Ether liegt aktuell bei rund 2.300 US-Dollar. Der Marktpreis der zweitgrößten Kryptowährung notiert jedoch knapp 17 Prozent unter dieser Marke.
In der Vergangenheit fielen solche Phasen oft mit langfristigen Markttiefs zusammen. Auch das Verhältnis von Marktwert zu realisiertem Wert (MVRV) gegenüber Bitcoin ist von ehemals extremen Überbewertungen deutlich gesunken.
Dieser Rückgang signalisiert, dass die Smart-Contract-Plattform im direkten Vergleich zur Leitwährung attraktiver bewertet ist.
Indikatoren für eine Trendwende
Obwohl sich die fundamentale Lage bessert, ist ein endgültiger Boden noch nicht zweifelsfrei bestätigt. CryptoQuant betont, dass bisher nur zwei von fünf wichtigen Umkehr-Indikatoren die historischen Tiefstwerte erreicht haben.
Die restlichen Metriken zeigen zwar eine Erholungstendenz, lassen aber Raum für eine fortgesetzte Bodenbildungsphase. Gleichzeitig haben sich die Bestände der börsengehandelten Fonds (ETFs) nach Monaten der Schwäche wieder stabilisiert.
Makroökonomische Hoffnungen sowie mögliche Kapitalrotationen aus hoch bewerteten KI-Aktien stützen den breiteren Markt. Zuletzt kletterte Bitcoin über die Marke von 67.000 US-Dollar, während ETH kurzzeitig 1.950 US-Dollar überschritt.
Angebotsschock durch Staking und Abflüsse
Ein weiterer konstruktiver Faktor für das Netzwerk ist die zunehmende Verknappung des verfügbaren Angebots. Auf der weltgrößten Kryptobörse Binance erreichten die Auszahlungen von Ether kürzlich den höchsten Stand seit über drei Jahren.
Anleger verschieben ihre Bestände zunehmend in die Eigenverwahrung oder nutzen sie zum Staking, anstatt sie für einen potenziellen Verkauf auf den Handelsplattformen zu belassen. Mittlerweile sind rekordverdächtige 34 Prozent der gesamten Umlaufmenge im Netzwerk gesperrt.
Diese hohe Staking-Beteiligung entzieht dem Markt liquide Mittel für den kurzfristigen Handel. Ein verringertes Angebot könnte den Verkaufsdruck weiter lindern und eine zukünftige Preiserholung begünstigen.


