Coldcard-Exploit: Bitcoin-Diebstahl könnte 150 Millionen US-Dollar übersteigen
Ein kritischer Exploit in Coldcard-Wallets hat zum Diebstahl von Bitcoin im Wert von über 112 Millionen US-Dollar geführt.
Ein massiver Sicherheitsvorfall bei Coldcard-Hardware-Wallets hat zu einem Diebstahl von mindestens 1.778 Bitcoin geführt. Nach Angaben des Krypto-Analyseunternehmens Galaxy Research belaufen sich die bestätigten Verluste auf rund 112 Millionen US-Dollar, könnten jedoch in einer befürchteten vierten Welle auf über 150 Millionen ansteigen. Der Exploit nutzt eine kritische Schwachstelle in der Seed-Generierung der Geräte aus.
Firmware-Update ermöglichte fatale Schwachstelle
Ursache des Hacks ist ein Firmware-Update aus dem Jahr 2021. Dieses verlagerte die Seed-Generierung stillschweigend vom Hardware-Zufallsgenerator auf eine Software-Lösung.
Dadurch sank die kryptografische Sicherheit der Wallets dramatisch von 128 auf bis zu 40 Bit. Angreifer konnten die privaten Schlüssel der Nutzer allein anhand von Seriennummern und dem Taktstatus der Geräte rekonstruieren.
Weder physischer Zugriff auf die Wallets noch klassische Phishing-Methoden waren für den Diebstahl der digitalen Währung notwendig.
Angriffe pausieren, doch die Gefahr bleibt bestehen
Seit dem 6. August verzeichnet Galaxy Research keine neuen Aktivitäten der Hacker mehr. Laut den Analysten bedeutet dies jedoch nicht, dass die Methode der Angreifer nicht mehr funktioniert.
Vielmehr seien die leichtesten Ziele bereits geleert worden oder informierte Nutzer haben ihre Bestände in Sicherheit gebracht. Galaxy Research rät allen Besitzern von Coldcard-Wallets mit Single-Signature-Setup dringend dazu, ihre Gelder sofort auf völlig neue Adressen zu transferieren.
Verbleib der gestohlenen Gelder ungeklärt
Der Großteil der erbeuteten Beträge wurde seit dem massenhaften Diebstahl nicht mehr auf der Blockchain bewegt. Etwa 1.531 der gestohlenen Einheiten des digitalen Goldes liegen unberührt auf Adressen, die von den Angreifern kontrolliert werden.
Lediglich ein kleiner Teil von rund 246 BTC wurde transferiert. Davon flossen 65 Prozent in sogenannte CoinJoin-Transaktionen, um die Herkunft der Gelder systematisch zu verschleiern und die Verfolgung zu erschweren.


