Bitcoin-Wallet Coldcard warnt nach 38-Millionen-Dollar-Diebstahl
Coinkite warnt Coldcard-Nutzer vor einer Schwachstelle, während Experten einen Diebstahl von knapp 595 Bitcoin prüfen.
Der kanadische Hardware-Hersteller Coinkite hat eine dringende Sicherheitswarnung für Nutzer der Bitcoin-Wallet Coldcard Mk3 herausgegeben. Grund ist eine potenzielle Schwachstelle bei der Seed-Generierung, während Experten zeitgleich einen ungeklärten Diebstahl von knapp 38 Millionen US-Dollar in der größten Kryptowährung untersuchen.
Schwachstelle bei der Seed-Generierung
Betroffen sind laut Coinkite Geräte der Mk3-Serie, die mit den Firmware-Versionen 4.0.1 bis 5.0.3 laufen. Das Unternehmen rät den betroffenen Nutzern aus Vorsicht, umgehend neue Seeds auf sicheren Geräten zu erstellen.
Anschließend sollen die Bestände nach einer Test-Transaktion auf das neue Wallet migriert werden. Neuere Modelle wie die Mk4, Q und Mk5 weisen dieses Risiko nach ersten Analysen des Herstellers nicht auf.
Zudem betonte Coinkite, dass Anwender, die ihren Seed mit einer zusätzlichen BIP-39-Passphrase abgesichert haben, nur einem minimalen Risiko ausgesetzt sind.
Knapp 600 BTC aus Wallets abgezogen
Parallel zu der offiziellen Warnung analysieren IT-Spezialisten einen groß angelegten, koordinierten Angriff. Dabei wurden insgesamt 594,48 BTC aus sogenannten Single-Signature-Adressen entwendet.
Rob Hamilton, CEO des Unternehmens AnchorWatch, erklärte, dass die Transaktionen innerhalb eines extrem kurzen Zeitfensters stattfanden. Die Hacker bewegten das digitale Gold über 500 Einzeltransaktionen während der Dauer von nur drei geminten Blöcken.
Obwohl der zeitliche Zusammenhang auffällig ist, gibt es laut den Experten noch keinen definitiven Beweis dafür, dass der Coldcard-Fehler die direkte Ursache für diesen spezifischen Abfluss ist.
Experten vermuten mangelhafte Entropie
Die Aufmerksamkeit für den Vorfall stieg rapide an, nachdem ein Reddit-Nutzer den kompletten Verlust seiner Einheiten gemeldet hatte. Sein Seed wurde ursprünglich im Jahr 2021 auf einer Coldcard Mk3 generiert.
Kevin Loaec, CEO von Wizardsardine, äußerte eine erste technische Hypothese zu dem Vorfall. Er vermutet, dass ein fehlerhafter Zufallszahlengenerator in der Firmware für eine zu geringe Entropie bei der Wallet-Erstellung gesorgt hat.
Durch diese unzureichende Zufälligkeit könnten Angreifer in der Lage gewesen sein, die betroffenen Wallets mithilfe von Skripten gezielt durch Brute-Force-Attacken zu knacken.


