Bitcoin-Börse Bull Bitcoin klagt gegen französisches DAC8-Gesetz
Die Krypto-Börse Bull Bitcoin geht juristisch gegen die Umsetzung der EU-Steuerrichtlinie DAC8 in Frankreich vor.
Die Non-Custodial-Kryptobörse Bull Bitcoin hat vor dem französischen Staatsrat eine Klage eingereicht, um ein neues Dekret zur Umsetzung der EU-Steuerrichtlinie DAC8 zu kippen. Das Unternehmen warnt vor massiven Überwachungs- und Sicherheitsrisiken für rund 135 Millionen Krypto-Besitzer in Europa.
Sicherheitsrisiken durch zentralisierte Datensammlung
Gemäß der DAC8-Richtlinie, die voraussichtlich Anfang 2026 in Kraft tritt, müssen Krypto-Dienstleister künftig umfassende Identitäts- und Transaktionsdaten ihrer Nutzer erfassen. Diese Informationen werden automatisch an nationale Steuerbehörden gemeldet und anschließend EU-weit ausgetauscht.
Die Handelsplattform kritisiert, dass durch diese Regelung eine gewaltige Datenbank entsteht, die bürgerliche Identitäten, Wohnadressen und steuerlich irrelevante Transaktionen miteinander verknüpft. Angesichts regelmäßiger Datenlecks in der Branche sieht Bull Bitcoin darin eine akute Gefahr für die physische Sicherheit der Nutzer.
Zunahme von physischen Angriffen in Frankreich
Die Warnung der Plattform stützt sich auf eine besorgniserregende Entwicklung bei sogenannten Wrench Attacks. Bei diesen physischen Übergriffen werden Opfer unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe ihrer digitalen Vermögenswerte gezwungen. Laut dem Sicherheitsunternehmen CertiK stiegen solche Vorfälle im Jahr 2025 weltweit um 75 Prozent an.
Frankreich ist dabei besonders stark betroffen und verzeichnete europaweit die meisten Übergriffe. Berichten der Polizei zufolge wurden allein seit Anfang 2026 bereits 41 Krypto-bezogene Entführungen im Land registriert. Die Angst der Community vor Datenlecks wird durch jüngste Sicherheitsverletzungen bei großen Krypto-Unternehmen zusätzlich befeuert.
Widerstand gegen globale Überwachungsstandards
Bull Bitcoin reichte die summarische Klageschrift am 24. Februar ein und plant, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um das Gesetz zu verzögern, abzuändern oder vollständig zu annulieren. Der rechtliche Vorstoß richtet sich nicht nur gegen die europäische Gesetzgebung, sondern kritisiert indirekt auch globale Überwachungsinitiativen.
Das von der OECD entwickelte Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) bildet die internationale Grundlage für diese weitreichenden Meldepflichten. Die aktuelle juristische Auseinandersetzung in Frankreich könnte somit als Präzedenzfall für den zukünftigen Umgang mit der Privatsphäre im gesamten europäischen Kryptosektor dienen.


