Bitcoin-Börse BitMEX: Klage um 623 BTC folgt auf Schließungspläne

Die Krypto-Börse BitMEX sieht sich einer Sammelklage wegen angeblich manipulierter Bitcoin-Liquidationen gegenüber.

24. Juli 2026 · 05:26 · 2 Min. Lesezeit
Eine Bitcoin-Münze vor einem fallenden Kurs-Chart und dem Logo der Krypto-Börse BitMEX.

Die Krypto-Derivate-Plattform BitMEX sieht sich mit einer schwerwiegenden Sammelklage konfrontiert. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, durch gezielte Serverausfälle und einen internen Handelsschreibtisch unrechtmäßige Liquidationen von Bitcoin-Sicherheiten provoziert zu haben. Eingereicht wurde die Beschwerde am Donnerstag vor einem US-Bezirksgericht in New York, exakt an dem Tag, an dem die Börse ihr endgültiges Aus verkündete.

Vorwürfe der Marktmanipulation und verlorene BTC

BKX Services Inc. und David Namdar machen in der Klageschrift einen kombinierten Verlust von rund 623 Bitcoin (BTC) durch Zwangsliquidationen geltend. BKX beziffert den finanziellen Schaden auf mindestens 305,81 BTC, während Namdar Verluste von mehr als 316,85 BTC anführt.

Laut den Klägern hat BitMEX ein System entwickelt, das gezielt von diesen Liquidationen profitierte. Kunden konnten Hebel von bis zu 100-fach auf das digitale Gold nutzen. Die Positionen wurden den Vorwürfen zufolge jedoch schon automatisch aufgelöst, als die hinterlegten Sicherheiten noch das Doppelte der entstandenen Verluste wert waren.

Die verbleibenden Beträge der größten Kryptowährung flossen anschließend in den Versicherungsfonds der Plattform, um die Einnahmen der Börse zu steigern. Zudem soll ein interner Trading-Desk während technischer Ausfälle, bei denen normale Nutzer handlungsunfähig waren, weiterhin privilegierten Zugriff auf private Kundendaten gehabt und aktiv gehandelt haben.

Schließung der Krypto-Börse nach elf Jahren

Die erneuten juristischen Auseinandersetzungen fallen mit dem Ende der einst einflussreichen Handelsplattform zusammen. Nach elf Jahren Betrieb hat der Eigentümer HDR Global Trading eine strategische Überprüfung durchgeführt und die Einstellung aller Dienste zum 23. September angekündigt.

Bereits ab dem 26. August können Nutzer keine neuen Positionen mehr eröffnen, Neuregistrierungen sind ohnehin gestoppt. Die Ankündigung der endgültigen Schließung führte umgehend zu einem dramatischen Kurseinbruch des plattformeigenen BMEX-Tokens um rund 90 Prozent.

Die Kläger fordern nun die Rückgabe der einbehaltenen Einlagen sowie umfassenden Schadensersatz. Sie streben an, alle betroffenen US-Kunden zu vertreten, die seit dem 23. Juli 2018 entsprechende Swap-Produkte auf die Kryptowährung erworben haben.

Gregor Kaufmann · Redakteur
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