US-Ausschuss streitet über Steuern für Bitcoin-Mining und Staking
Ein US-Ausschuss streitet über sechs neue Krypto-Steuergesetze, die Erträge aus Mining und Staking begünstigen könnten.
Im US-Repräsentantenhaus zeichnet sich ein parteiübergreifender Konflikt über die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen ab. Bei einer Anhörung des zuständigen Ausschusses am Dienstag äußerten US-Demokraten erhebliche Bedenken gegen Gesetzesentwürfe der Republikaner. Diese sehen unter anderem vor, Erträge aus dem Krypto-Mining und Staking vorerst von der Einkommenssteuer zu befreien.
Demokraten fordern Verzögerung der Krypto-Gesetze
Hinter den Kulissen spielt der anstehende Wahlkampf eine entscheidende Rolle bei der zeitlichen Planung. Während die Republikaner die sechs vorgelegten Krypto-Steuergesetze schnell verabschieden wollen, drängen die Demokraten auf eine Verzögerung.
Der führende Demokrat im Ausschuss, Richard Neal, erklärte, dass eine parteiübergreifende Einigung voraussichtlich erst nach den Kongresswahlen im November realistisch sei. Auch der Abgeordnete John Larson warnte vor übereilten Entscheidungen in dem noch unregulierten Bereich.
Konfliktthema: Besteuerung von Bitcoin und Ethereum
Der größte Streitpunkt der Anhörung betraf die direkte Besteuerung von Netzwerk-Belohnungen. Aktuell müssen neu geschürfte Coins der größten Kryptowährung Bitcoin (BTC) oder Staking-Erträge der Smart-Contract-Plattform Ethereum (ETH) sofort bei Erhalt als Einkommen versteuert werden.
Ein Gesetzesentwurf der Republikaner will diese Regelung aufweichen und die Steuerpflicht bis zu einem tatsächlichen Verkauf der Token aufschieben. Demokratische Abgeordnete warnten jedoch davor, dass eine solche Stundung digitale Assets gegenüber traditionellen Anlagen wie Aktien oder Anleihen ungerechtfertigt bevorzugen könnte.
Krypto-Branche verlangt weitere Freibeträge
Der Abgeordnete Mike Thompson, der zuvor für umfassende Regulierungen der Branche gestimmt hatte, bezeichnete diese steuerliche Ungleichbehandlung als aktuellen Engpass der Verhandlungen. Eine schnelle Lösung scheint in dieser Frage derzeit nicht in Sicht.
Währenddessen forderten Vertreter der Krypto-Industrie bei der Anhörung noch weitreichendere Zugeständnisse. Sie plädierten für eine De-Minimis-Ausnahmeregelung, die kleine Krypto-Zahlungen im Alltag bis zu einem Wert von zehn US-Dollar komplett von der Steuer befreien würde.


