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Tether (USDT): Iran umgeht Sanktionen mit Milliarden über Tron-Netzwerk

Die iranische Kryptobörse Nobitex hat laut Blockchain-Daten Milliarden in USDT über Tron und BNB Chain transferiert.

20. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit
Physische Tether-Münze (USDT) auf einer Landkarte des Nahen Ostens, symbolisch für Sanktionsumgehung

Die iranische Kryptobörse Nobitex hat laut eines aktuellen Berichts seit Anfang 2023 westliche Sanktionen systematisch umgangen, indem sie Transaktionen in Milliardenhöhe über das Tron- und BNB-Chain-Netzwerk abwickelte. Dabei spielte insbesondere der an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin Tether (USDT) eine zentrale Rolle für die iranische Zentralbank, um Gelder am traditionellen Bankensystem vorbeizuschleusen.

Milliarden-Transfers über Tron und BNB Chain

Analysen der Blockchain-Sicherheitsfirmen Arkham und Elliptic belegen, dass Nobitex stark auf dezentrale Infrastrukturen setzte. Zwischen Ende 2024 und Mitte 2025 transferierte allein die iranische Zentralbank mehr als 500 Millionen US-Dollar in der größten an den Dollar gebundenen Kryptowährung über das Tron-Netzwerk.

Ein Teil dieser Gelder floss direkt über die Börse Nobitex und wurde anschließend in andere digitale Vermögenswerte getauscht. Das Unternehmen bestreitet derweil direkte Verbindungen zur Regierung in Teheran und betonte, dass etwaige illegale Transaktionen ohne das Wissen des Managements stattgefunden hätten.

Die Doppelrolle von Stablecoins bei Sanktionen

Der Bericht verdeutlicht die komplexe Rolle von zentral gesteuerten Token wie USDT bei der Durchsetzung internationaler Sanktionen. Da das herausgebende Unternehmen Tether die Kontrolle über die Smart Contracts besitzt, können Wallets von sanktionierten Akteuren auf behördliche Anordnung eingefroren werden.

Diese Macht demonstrierte das Unternehmen zuletzt im April 2026, als über 344 Millionen US-Dollar auf mit dem Iran verbundenen Tron-Adressen blockiert wurden. Solange jedoch keine Konten auf einer schwarzen Liste stehen, ermöglichen die zugrundeliegenden Blockchains weiterhin einen reibungslosen und schwer überwachbaren Kapitalfluss.

Verbindungen zu Trump-Projekt World Liberty Financial

Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Finanzströme durch die spätere Vernetzung dieser Ökosysteme mit dem von Donald Trump unterstützten Krypto-Projekt World Liberty Financial. Sowohl Tron-Gründer Justin Sun als auch Binance-Mitgründer Changpeng Zhao traten zunächst als wichtige Unterstützer der Initiative auf.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters gibt es jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass das familiäre Umfeld von Trump von den Aktivitäten der iranischen Nutzer auf diesen Netzwerken wusste. Mittlerweile ist das Verhältnis zwischen Justin Sun und World Liberty Financial in einen juristischen Streit um Verleumdung und angebliche Erpressung übergegangen.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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