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SEC bremst ETFs für Prognosemärkte nach Bitcoin- und Ethereum-Boom

Die US-Börsenaufsicht SEC setzt die Prüfung von ETFs für Prognosemärkte aus und fordert detailliertere Risikoanalysen.

21. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit
Das Logo der US-Börsenaufsicht SEC vor einem unscharfen Hintergrund mit digitalen Kursverläufen.

Die US-Börsenaufsicht SEC verzögert die Zulassung einer neuen Kategorie von Exchange Traded Funds (ETFs) für sogenannte Prognosemärkte. Trotz der jüngsten Erfolge von Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum fordert die Behörde unter dem Vorsitzenden Paul Atkins mehr Zeit, um die Risiken der neuartigen Finanzprodukte detailliert zu bewerten.

Anträge von Bitwise und Co. vorerst auf Eis

Die Regulierungsbehörde hat die Prüfung von Anträgen der Investmentfirmen Bitwise, Roundhill Investments und GraniteShares vorerst ausgesetzt. Alle drei Unternehmen hatten ihre Unterlagen bereits im Februar eingereicht.

SEC-Chef Atkins erklärte, man müsse zunächst öffentliches Feedback einholen. Er betonte mit Blick auf die komplexe Natur der auf Ereignisse wettenden Fonds, dass neue Produkte zwangsläufig neue Fragen aufwerfen.

Krypto-ETFs als Vorbild für Prognosemärkte

Prognosemärkte gehören derzeit zu den am schnellsten wachsenden Sektoren in der digitalen Wirtschaft. Das monatliche Handelsvolumen in diesem Segment übersteigt regelmäßig 15 Milliarden US-Dollar.

Anleger spekulieren auf diesen Plattformen auf Wahlausgänge, Sportereignisse oder Unternehmensgewinne. Die nun pausierten ETFs sollen diese Verträge künftig über traditionelle Brokerage-Konten zugänglich machen.

Befürworter hoffen auf eine ähnliche Marktentwicklung wie bei den Spot-ETFs für die größte und zweitgrößte Kryptowährung. Die Zulassung der entsprechenden Bitcoin- und Ethereum-Fonds im Jahr 2024 lockte Milliarden an institutionellem Kapital in den Sektor.

Regulatorische Hürden und rechtliche Bedenken

Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas sieht klare Parallelen zum anfänglich vorsichtigen Vorgehen der SEC bei den ersten Krypto-Fonds. Die Behörde wolle die Marktstruktur vollständig durchdringen, bevor sie den Zugang für den Mainstream öffnet.

Zusätzlich belasten rechtliche Unsicherheiten den jungen Sektor. Die bekannte Prognose-Plattform Kalshi kämpft aktuell in mehreren US-Bundesstaaten mit juristischen Auseinandersetzungen.

Im Gegensatz zu traditionellen Indexfonds basieren Prognoseprodukte auf binären Ausgängen und nicht auf klassischen Vermögenspreisen. Dies schürt bei den Aufsehern erhebliche Bedenken hinsichtlich der Preismodelle, potenzieller Marktmanipulation und der Lösung von Streitfällen bei politisch brisanten Ereignissen.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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