OUSD: Neuer Stablecoin fordert das Duopol von Tether und USDC heraus
Der neue Stablecoin OUSD attackiert das Duopol von Tether und Circle, stößt aber auf Skepsis bei Branchenexperten.
Der kürzlich angekündigte Stablecoin OUSD könnte das bestehende Duopol von Tether (USDT) und Circle (USDC) aufbrechen. Während Analysten großes Potenzial in dem Projekt sehen, verteidigt Circle-CEO Jeremy Allaire die strukturellen Vorteile seines etablierten Netzwerks.
OUSD als ernsthafter Rivale für Tether und Circle
Mit der Unterstützung von über 140 Finanz- und Technologieunternehmen, darunter Branchengrößen wie Visa, BlackRock und Google, formiert sich Open USD (OUSD). Der für das Jahr 2026 geplante Stablecoin zielt darauf ab, die Vormachtstellung der derzeit dominierenden Akteure herauszufordern.
Analysten des Vermögensverwalters Bernstein bewerten das Projekt als den stärksten neuen Angreifer auf die Marktführerschaft der beiden Platzhirsche. Bernstein schätzt jedoch, dass Circle jährlich rund 500 Millionen US-Dollar in Infrastruktur und Compliance investiert, was die enormen Eintrittsbarrieren für neue Konkurrenten unterstreicht.
Circle-CEO zweifelt an Nachhaltigkeit des OUSD-Modells
Jeremy Allaire, CEO des USDC-Herausgebers, reagierte skeptisch auf das Geschäftsmodell des neuen Rivalen. Auf der Plattform X betonte er, dass der Aufbau von Liquidität, regulatorischer Infrastruktur und Bankbeziehungen ein komplexer Prozess sei, der sich über ein ganzes Jahrzehnt erstrecke.
Besonders die Pläne von OUSD, das Prägen und Einlösen von Token dauerhaft kostenlos anzubieten, werfen laut Allaire berechtigte Fragen zur Skalierbarkeit auf. Die Ausschüttung nahezu der gesamten Rücklagenerträge an Partner berge zudem die Gefahr, der eigenen Infrastruktur essenzielle Ressourcen zu entziehen.
Liquiditätsvorteil sichert USDT und USDC ab
Auch Lorenzo Valente, Forschungsdirektor bei ARK Invest, äußerte Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen Erfolgschancen des neuen Projekts. Er wies auf ein klassisches Kaltstart-Problem hin, da das digitale Geld von Tether und Circle bereits über eine tief verankerte Liquidität im gesamten Krypto-Ökosystem verfügt.
Zudem unterstützen viele der OUSD-Partner gleichzeitig bereits konkurrierende Infrastrukturen. So ist die US-Börse Coinbase strategisch eng mit USDC verwoben, während der Zahlungsdienstleister Stripe mit der Übernahme von Bridge eigene Wege im Stablecoin-Sektor geht.


