Zahlungsgigant Visa startet Stablecoin-Plattform für Finanzinstitute
Visa startet eine neue Plattform, mit der Banken und Fintechs Stablecoins nahtlos in ihre Systeme integrieren können.
Der Zahlungsdienstleister Visa hat die „Visa Stablecoin Platform“ (VSP) für Banken, Fintechs und Zahlungsanbieter vorgestellt. Die neue Infrastruktur ermöglicht es Finanzinstituten künftig, wertstabile Kryptowährungen über das bestehende Visa-Netzwerk auszugeben, zu halten und zu transferieren.
Der Service startet zunächst in einer geschlossenen Beta-Phase mit ausgewählten Kunden. Ein breiterer Rollout für die gesamte Finanzbranche ist nach erfolgreichen Tests geplant.
Nahtlose Integration in bestehende Systeme
Die VSP vereint die Erstellung (Minting), den Rücktausch sowie die Wallet-Infrastruktur und das Treasury-Management in einem einzigen Unternehmenssystem. Laut Visa müssen Banken dadurch keine eigene Blockchain-Infrastruktur mehr aufbauen.
Stattdessen werden die Krypto-Operationen direkt in die bestehenden Zahlungs- und Abwicklungsprozesse integriert. Jack Forestell, Chief Product and Strategy Officer bei Visa, betonte, dass für die meisten Institutionen nicht das Konzept von programmierbarem Geld die Hürde sei, sondern die operative Umsetzung.
Mit der neuen Plattform biete man Kunden einen zentralen Ort für die Verwaltung von Krypto-Assets. Dabei profitieren die Nutzer von der Sicherheit und der Netzwerkreichweite, die sie bereits von dem Finanzriesen gewohnt sind.
Marktführer Tether (USDT) dominiert das Umfeld
Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an traditionelle Währungen wie den US-Dollar gekoppelt ist. Der gesamte Markt für diese digitalen Assets ist laut Daten von CoinGecko mittlerweile auf ein Volumen von rund 304 Milliarden US-Dollar angewachsen.
Während Branchenprimus Tether (USDT) das Feld der Stablecoins mit weitem Abstand anführt, setzt Visa zum Start der Plattform auf andere Akteure. Unterstützt werden zunächst der im Juni eingeführte Open USD (OUSD) sowie der USDC von Circle und der USDG von Paxos.
Die teilnehmenden Institutionen können über die Plattform Gelder transferieren und ihre Wallets mit bestehenden Abrechnungssystemen synchronisieren. Zusätzliche Kontrollmechanismen und Prüfprotokolle (Audit Logs) sorgen dabei für die nötige regulatorische Compliance.
Visas Krypto-Strategie nimmt weiter Fahrt auf
Die Einführung der VSP ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Krypto-Initiativen des Unternehmens. Erst im Oktober veröffentlichte der Zahlungsgigant eine Studie, wonach Stablecoins Teile des 40 Billionen US-Dollar schweren globalen Kreditmarktes auf die Blockchain verlagern könnten.
Im März trat Visa zudem dem Canton Network als „Super Validator“ bei, um Banken bei der Abwicklung von Transaktionen auf einer datenschutzfokussierten Blockchain zu unterstützen. Im April erweiterte das Unternehmen sein Abwicklungsprogramm um Netzwerke wie Base und Polygon.
Zu diesem Zeitpunkt hatte das annualisierte Abrechnungsvolumen von Visa mit den wertstabilen Token laut eigenen Angaben bereits die Marke von 7 Milliarden US-Dollar überschritten.


