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Wisconsin verklagt Circle: Warum Tether (USDT) gestohlene Funds erstattet

Während Circle die Rückerstattung an ein Scam-Opfer verweigert, zeigt Tether (USDT), wie gestohlene Gelder gerettet werden können.

9. Juli 2026 · 17:51 · 2 Min. Lesezeit
Geteiltes Bild mit Logos der Stablecoins USDC und Tether (USDT) vor einem Richterhammer

Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Wisconsin hat eine Strafanzeige gegen das Krypto-Unternehmen Circle eingereicht.

Der Vorwurf lautet auf Justizbehinderung, da sich der USDC-Herausgeber weigert, gestohlene Token im Wert von rund 381.000 US-Dollar an ein Betrugsopfer zurückzugeben.

Dieser Vorfall rückt die rechtliche und technische Verantwortung von Stablecoin-Emittenten wie Tether (USDT) verstärkt in den Fokus.

Krypto-Gelder nach Liebesbetrug blockiert

Ein Einwohner von Walworth County verlor nach einem sogenannten Romance Scam einen erheblichen Teil seiner Ersparnisse.

Die Täter lotsten das Opfer auf eine betrügerische Anlageplattform, wo die Gelder in den an den Dollar gekoppelten Stablecoin USDC getauscht wurden.

Daraufhin ordnete ein Gericht das Einfrieren der Token an, was Circle zunächst auch umsetzte.

Einige Monate später forderte ein Richter das Unternehmen jedoch auf, die Token zu vernichten und den Betrag für die Behörden neu auszustellen.

Circle verweigerte diesen Schritt mit Verweis auf rechtliche Grenzen, woraufhin die Klage gegen das 17 Milliarden US-Dollar schwere Unternehmen folgte.

Tether (USDT) nutzt Burn-Mechanismus für Rückerstattungen

Die Vorgehensweise von Circle steht in starkem Kontrast zum Branchenführer Tether.

Der Emittent der wertvollsten Kryptowährung im Stablecoin-Sektor kooperiert oft auch ohne richterliche Anordnung direkt mit den Strafverfolgungsbehörden.

Bisher hat Tether laut eigenen Angaben rund 4,7 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit Kriminalität eingefroren.

Dabei greift das Unternehmen auf eine spezielle Softwarefunktion zurück, um Token in kriminellen Wallets zu verbrennen und anschließend neu auszustellen.

Über diesen Mechanismus konnten bereits 1,1 Milliarden US-Dollar erfolgreich an Betrugsopfer zurückgegeben werden.

Firmenpolitik statt Blockchain-Grenzen

Die unterschiedliche Handhabung der gestohlenen Funds basiert nicht auf der zugrundeliegenden Technologie, sondern auf der jeweiligen Firmenpolitik.

Circle friert Krypto-Bestände ausschließlich nach einem formellen und rechtmäßigen Verfahren ein.

Diese strikte Richtlinie soll willkürliche oder politisch motivierte Eingriffe in das Netzwerk verhindern.

Sie hat dem Unternehmen zudem geholfen, in Europa unter den strengen MiCA-Regeln für Krypto-Werte eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Analysten bestätigen, dass auch Circle seinen Token-Code für Burn-Prozesse theoretisch aktualisieren könnte.

Der Policy-Chef von Circle räumt ein, dass die technischen Werkzeuge durchaus existieren.

Er bemängelt jedoch das Fehlen klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen, die ein derartiges Vorgehen für Emittenten rechtlich absichern.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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