MSCI plant Ausschluss von Bitcoin-Firmen aus globalen Indizes
MSCI plant neue Regeln, die Unternehmen mit riesigen Bitcoin-Beständen aus seinen globalen Indizes drängen könnten.
Der Indexanbieter MSCI erwägt eine weitreichende Regeländerung, die zum Ausschluss von Unternehmen mit großen Krypto-Beständen aus seinen globalen Indizes führen könnte. Betroffen von diesem Vorstoß sind insbesondere Firmen, die das digitale Gold massiv als Unternehmensreserve nutzen.
Neue Regeln für nicht-operative Unternehmen
MSCI konsultiert derzeit einen Vorschlag, um sogenannte „nicht-operative Unternehmen“ aus den Global Investable Market Indexes (GIMI) zu entfernen. Ziel ist es, Firmen herauszufiltern, die sich eher wie Investmentfonds als wie traditionelle operative Geschäfte verhalten.
Hierfür plant der Indexanbieter einen mehrstufigen Test. Fällt der Anteil der operativen Vermögenswerte in der Bilanz unter 50 Prozent, droht dem jeweiligen Unternehmen der Ausschluss aus den vielbeachteten Indizes.
Bitcoin-Treasury-Modelle im Visier
Genau diese strengeren Kriterien könnten Krypto-Vorreitern nun zum Verhängnis werden. Die Geschäftsmodelle von Firmen, die massiv Schulden und Eigenkapital aufnehmen, um in BTC zu investieren, erfüllen die neuen Vorgaben oft nicht.
Neben dem US-Softwareunternehmen MicroStrategy stünde laut einer Simulation für Mai 2026 auch das in Tokio gelistete Unternehmen Metaplanet vor dem Index-Aus. Metaplanet hält mittlerweile den weltweit drittgrößten Firmenbestand der größten Kryptowährung.
Auch Unternehmen mit strategischen Ethereum-Beständen wie SharpLink stehen unter Beobachtung. Das Regelwerk zielt jedoch nicht exklusiv auf Krypto-Assets ab: Auch die Uran-Holding Yellow Cake PLC würde aus den Indizes fallen.
Zeitplan und globale Auswirkungen
Um die Indexstabilität zu wahren, räumt MSCI den Unternehmen eine Schonfrist ein. Ein endgültiger Ausschluss erfolgt erst, wenn ein Unternehmen die Finanzvorgaben in zwei aufeinanderfolgenden Jahresberichten verfehlt.
Die Konsultationsphase läuft noch bis zum 30. September, erste Ergebnisse werden für Mitte Oktober erwartet. Mögliche Änderungen würden erst zur Indexüberprüfung im November 2026 in Kraft treten.
Sollte die Regelung umgesetzt werden, könnte dies einen Präzedenzfall für den Umgang mit digitalen Assets in der Unternehmensbilanz schaffen. Ein Ausschluss aus den MSCI-Indizes löst in der Regel automatische Verkäufe von passiven Indexfonds aus, die weltweit Billionen verwalten.


