Märkte live 16:41 MEZ · Aktualisiert

Michael Saylor erwägt erstmals Bitcoin-Verkäufe durch MicroStrategy

MicroStrategy-Gründer Michael Saylor deutet erstmals an, einen Teil der gigantischen Bitcoin-Reserven des Unternehmens zu verkaufen.

6. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit
Michael Saylor vor einem Bitcoin-Chart und dem Logo von MicroStrategy

Das Softwareunternehmen MicroStrategy fasst zum ersten Mal den Verkauf seiner Bitcoin-Bestände ins Auge. Gründer Michael Saylor rückt damit von seiner langjährigen Strategie ab, die größte Kryptowährung niemals zu veräußern. Ein potenzieller Verkauf soll laut Saylor dazu dienen, den Krypto-Markt zu stabilisieren.

Abkehr von der bisherigen Haltestrategie

Seit August 2020 kauft das Unternehmen kontinuierlich das digitale Gold als primäre Reservewährung. Bisher betonte Saylor stets, dass MicroStrategy auf unbestimmte Zeit und in jedem Quartal nachkaufen werde.

Noch im Februar erklärte der Krypto-Befürworter, dass selbst ein Kursrückgang auf 8.000 US-Dollar das Unternehmen nicht zu Verkäufen zwingen würde. Die aktuellen Äußerungen markieren daher einen deutlichen rhetorischen Wendepunkt.

Neue Finanzinstrumente und DeFi-Integration

Zur Finanzierung der massiven Käufe nutzt das Unternehmen zunehmend dividendenstarke Vorzugsaktien. Durch diese Instrumente konnte der Bestand in diesem Jahr um 145.834 auf nun insgesamt 818.334 BTC ausgebaut werden.

Der aktuelle Gegenwert dieser Position beläuft sich auf rund 66,7 Milliarden US-Dollar. Laut Saylor beginnen dezentrale Finanzprotokolle wie Pendle und Saturn bereits damit, die monatlichen Dividenden der genutzten Finanzinstrumente zu tokenisieren und handelbar zu machen.

Zukunft von Bitcoin-Renditekonten

Neben den eigenen Investitionen sieht Saylor ein enormes Potenzial in BTC-gedeckten digitalen Renditekonten. Solche Krypto-Produkte könnten Anlegern künftig Zinsen von bis zu acht Prozent bieten und damit gängige Stablecoin-Renditen deutlich übertreffen.

Trotz eines Kursrückgangs der MSTR-Aktie um 4,33 Prozent nach den jüngsten Quartalszahlen blickt das Unternehmen optimistisch auf die kommenden Monate. Ein starkes zweites Quartal zeichnet sich ab, da der BTC-Kurs seit Anfang April auf über 81.250 US-Dollar geklettert ist.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

Ähnliche Artikel

JPMorgan: MicroStrategy könnte Bitcoin für 30 Milliarden US-Dollar kaufen

MicroStrategy verzeichnet Milliardenverlust durch sinkenden Bitcoin-Kurs

MicroStrategy verzeichnet 5,1 Milliarden US-Dollar Bitcoin-Gewinn