MiCA 2.0: EU erwägt neue Vorgaben für Tether und andere US-Stablecoins
EU-Beamte planen mit "MiCA 2.0" strengere Regeln für ausländische Stablecoin-Emittenten wie Tether.
Beamte der Europäischen Union planen eine umfassende Überarbeitung des erst kürzlich in Kraft getretenen MiCA-Regelwerks. Unter dem inoffiziellen Titel „MiCA 2.0“ sollen künftig auch nicht-europäische Stablecoin-Emittenten wie das hinter Tether (USDT) stehende Unternehmen schärfer reguliert werden.
Dieser Schritt erfolgt als direkte Reaktion auf die jüngsten regulatorischen Vorstöße in den Vereinigten Staaten.
US-Gesetze setzen EU unter Druck
Laut einem aktuellen Bericht von Euronews planen die EU-Behörden, den Geltungsbereich der Markets in Crypto-Assets-Verordnung (MiCA) deutlich auszuweiten. Im Zentrum der Diskussion stehen dabei ausländische Firmen, die an den europäischen Markt drängen.
Auslöser für diese Überlegungen ist der sogenannte GENIUS Act der US-Regierung. Dieses Gesetz zwingt die europäischen Regulierer nun dazu, klare Richtlinien für den Umgang mit US-amerikanischen Stablecoins in den Mitgliedsstaaten zu schaffen.
Auswirkungen auf Tether und den Kryptomarkt
Bereits seit dem 1. Juli müssen Krypto-Dienstleister in der EU als Crypto-Asset Service Provider (CASP) lizenziert sein. Die EU-Kommission hat jedoch schon jetzt eine Konsultationsphase für mögliche Anpassungen eröffnet.
Neben Stablecoins stehen dabei auch dezentrale Finanzen (DeFi) sowie Regeln für tokenisierte Zahlungen und Einlagen auf der Agenda. Für Branchengrößen wie Tether, die den Markt mit der Leitwährung USDT dominieren, könnten diese Anpassungen weitreichende Compliance-Anforderungen nach sich ziehen.
Umsetzung von MiCA 2.0 lässt auf sich warten
Obwohl der Handlungsdruck wächst, ist nicht mit schnellen Gesetzesänderungen zu rechnen. Die aktuelle Konsultationsphase läuft noch bis zum 31. August.
Laut Rechtsexperten ist es jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass konkrete Gesetzesentwürfe vor dem Jahr 2028 verabschiedet werden. Die Behörden planen, die neuen Regeln erst im Laufe des Jahres 2027 formell zu prüfen.
Fokus auf Verwahrungsrisiken
Parallel zu den Diskussionen um MiCA 2.0 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) weitere Überprüfungen angekündigt. Die Behörde wird die operative Belastbarkeit der bereits lizenzierten CASPs genau unter die Lupe nehmen.
Bis in die erste Jahreshälfte 2027 hinein wollen die Regulierer analysieren, wie Krypto-Unternehmen mit operativen Risiken bei der Verwahrung von digitalen Vermögenswerten umgehen.

