Kanzlei Reed Smith veröffentlicht MiCA-Tool für Krypto-Unternehmen
Die Kanzlei Reed Smith hat mit Aquarius eine automatisierte Plattform gestartet, die Krypto-Firmen bei der MiCA-Umsetzung hilft.
Die globale Wirtschaftskanzlei Reed Smith hat eine automatisierte Compliance-Plattform namens Aquarius gestartet. Das neue Tool soll Krypto-Unternehmen dabei unterstützen, die europäischen Vorgaben der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) effizient und rechtssicher umzusetzen.
Automatisierung von Krypto-Compliance
Die Software Aquarius übernimmt zentrale regulatorische Aufgaben wie die Klassifizierung von digitalen Währungen, die automatisierte Erstellung von Whitepapern sowie ESG-Berichten. Die Plattform richtet sich primär an Dienstleister, die neu in den europäischen Markt eintreten oder ihr Krypto-Angebot regional ausbauen wollen. Reed Smith plant zudem, die Unterstützung künftig auf Jurisdiktionen wie Großbritannien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Hongkong und Singapur auszuweiten.
Ende der europäischen Übergangsfristen
Seit dem 1. Juli 2024 ist die Übergangsfrist für die MiCA-Verordnung innerhalb der Europäischen Union abgelaufen. Krypto-Dienstleister können sich seitdem nicht mehr auf temporäre nationale Ausnahmeregelungen berufen. Das weitreichende Regelwerk etabliert nun verbindliche Vorgaben für Lizenzen, den Verbraucherschutz und den operativen Betrieb in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten.
Reed Smith und Bitcoin-Investitionen
Die Kanzlei agiert bereits seit längerem tief in der Branche der digitalen Vermögenswerte. Über ihre Initiative On Chain beriet das Unternehmen kürzlich bei der 2,5 Milliarden US-Dollar schweren Bitcoin-Finanzierung von Trump Media. Ebenso begleitete die Kanzlei die Nakamoto Holdings bei einer strategischen Fusion, um ein neues Bitcoin-Treasury-Unternehmen zu gründen.
Regulatorische Hürden bleiben bestehen
Trotz des harmonisierten EU-Rahmens bleibt die behördliche Zulassung ein komplexer Prozess für viele Marktteilnehmer. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) prüft derzeit genau, wie Krypto-Verwahrer das Kapital der Kunden schützen und operative Risiken minimieren. Parallel dazu erwägen europäische Politiker bereits erste Anpassungen am bestehenden Regelwerk, die sich vorrangig auf die Ausgabe von nicht in Euro denominierten Stablecoins fokussieren sollen.


