Europäische Banken fordern Tether mit neuem Euro-Stablecoin heraus
Ein neues Banken-Konsortium plant den Euro-Stablecoin Qivalis, um die drückende Marktmacht von Tether (USDT) zu brechen.
Ein Konsortium aus 37 europäischen Banken plant für die zweite Jahreshälfte die Einführung des Euro-Stablecoins Qivalis. Diese Initiative zielt darauf ab, die Vorherrschaft von US-Dollar-basierten Assets wie Tether (USDT) im Blockchain-Finanzwesen zu brechen und Währungsrisiken für heimische Unternehmen zu minimieren.
Die massive Dominanz des US-Dollars
Derzeit beherrschen an den US-Dollar gekoppelte Token den globalen Sektor der wertstabilen Kryptowährungen. Laut Daten von DeFiLlama beläuft sich das gesamte Marktvolumen auf gut 322 Milliarden US-Dollar.
Tether verzeichnet als Branchenführer dabei eine Marktkapitalisierung von fast 190 Milliarden US-Dollar. Gemeinsam mit dem Mitbewerber USDC machen diese beiden Assets über 82 Prozent des weltweiten Angebots aus.
Strukturelle Macht durch Trading-Volumen
Die Vormachtstellung der US-Währung basiert vor allem auf ihrer intensiven Nutzung im Krypto-Handel. Berichte der Kansas City Fed zeigen, dass fast die Hälfte aller Stablecoins primär als Handelskapital an Börsen und in DeFi-Protokollen zirkuliert.
Der USDT-Token von Tether dominiert hierbei mit einem Anteil von 68 Prozent am gesamten Krypto-Handelsvolumen. Für europäische Firmen entsteht durch diese Dollar-Abhängigkeit bei Blockchain-Transaktionen ein erhebliches Währungsrisiko, da ihre Bilanzen in Euro geführt werden.
Banken-Konsortium plant den Gegenangriff
Um eine leistungsfähige europäische Alternative zu schaffen, unterstützen 37 Banken aus 15 Ländern nun das Qivalis-Projekt. Unter dem Schirm der europäischen MiCA-Regulierung soll der neue Token gezielt den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr und die Wertpapierabwicklung auf der Blockchain bedienen.
Bisherige Euro-Token wie der EURC von Circle und der EURCV von SG-FORGE fassen zusammen lediglich rund 572 Millionen US-Dollar und stellen nur einen Bruchteil des globalen Marktes dar. Das neue Netzwerk-Projekt der Banken muss folglich eine enorme Liquiditätslücke schließen, um die US-Dominanz in der On-Chain-Finanzwelt langfristig aufzubrechen.


