Ethereum-Wäsche: Hacker stehlen 4,7 Millionen US-Dollar im Secret Network
Ein Hack auf das Secret Network blieb tagelang unentdeckt, während Millionenwerte über Ethereum gewaschen wurden.
Ein bisher unentdeckter Hackerangriff auf das Secret Network hat zu einem Verlust von rund 4,67 Millionen US-Dollar geführt. Die Täter nutzten eine Schwachstelle in einem Smart Contract, um ungedeckte Token zu prägen und die Beute anschließend über die Ethereum-Blockchain zu waschen.
„Infinite Mint“-Bug ermöglicht Millionen-Exploit
Der Angriff ereignete sich bereits am 10. Juni, blieb jedoch eine volle Woche lang unbemerkt. Erst eine fehlgeschlagene Cross-Chain-Transaktion machte die Blockchain-Forschungsfirma Common Prefix am 17. Juni auf den Vorfall aufmerksam.
Die Angreifer machten sich einen sogenannten „Infinite Mint“-Bug zunutze. Da der betroffene Smart Contract die Quelle eingehender Transfers nicht verifizierte, konnten die Hacker legitime, aber ungedeckte Axelar-Wrapped-Token generieren.
Zu den manipulierten Assets zählten unter anderem synthetische Versionen von Tether (USDT), Bitcoin (BTC) und Ether (ETH). Mit diesen ungedeckten Token leerten die Angreifer anschließend die echten Rücklagen des Protokolls.
Beute über die zweitgrößte Kryptowährung verschleiert
Nach dem Diebstahl transferierten die Kriminellen die Vermögenswerte auf die Ethereum-Blockchain. Dort wandelten sie die Beute direkt in die native Kryptowährung ETH um.
Um ihre Spuren zu verwischen, verteilten die Hacker die Gelder auf rund 30 verschiedene Wallets. Anschließend wurden die gestohlenen Ether auf Krypto-Börsen wie KuCoin, HitBTC und den Swap-Dienst ChangeNow eingezahlt.
Auswirkungen auf Secret Network und Axelar
Das Team hinter dem Secret Network warnte Nutzer am Wochenende vor möglichen Totalverlusten bei betroffenen Axelar-Bridged-Token. Die eigene Kryptowährung Secret (SCRT) war von dem Vorfall zwar nicht direkt betroffen, notiert aber weiterhin 99 Prozent unter ihrem Allzeithoch von 2021.
Auch Axelar veröffentlichte eine Stellungnahme zur Klärung der Situation. Das Cross-Chain-Protokoll betonte, dass weder Axelar selbst noch die Inter-Blockchain Communication (IBC) kompromittiert wurden.
Der fehlerhafte Smart Contract wurde laut Axelar von Drittanbietern entwickelt. Eigene Firewalls hätten demnach eine Ausweitung des Schadens auf andere Blockchains erfolgreich verhindert.


