CME-Chef warnt vor Krypto-Perpetual-Futures für Bitcoin und Ethereum
CME-Chef Terry Duffy kritisiert die CFTC-Zulassung neuer Krypto-Perpetual-Futures wegen extremer Risiken für Anleger.
CME Group CEO Terry Duffy hat scharfe Kritik an der jüngsten Zulassung von Krypto-Perpetual-Futures in den USA geübt. Nach der Genehmigung durch die CFTC warnte er davor, dass diese hochgehebelten Finanzprodukte für Bitcoin und Ethereum ein massives Risiko für Anleger darstellen.
Spekulation verdrängt effiziente Preisfindung
Auf einer Branchenkonferenz Anfang Juni bezeichnete der Börsenchef die neuen Krypto-Derivate als anstehende Katastrophe. Duffy kritisierte die US-Regulierungsbehörden dafür, dem Markt diese hochriskanten Instrumente zugänglich gemacht zu haben.
Seiner Ansicht nach dominiert die Spekulation zunehmend die Finanzmärkte. Die traditionelle Rolle von Futures, welche vorrangig der effizienten Preisfindung und dem Risikomanagement dient, trete dadurch stark in den Hintergrund.
Gefahren durch Hebelwirkung bei BTC und ETH
Im Gegensatz zu klassischen Terminkontrakten besitzen Perpetual Futures kein Ablaufdatum. Händler können Positionen auf die größte Kryptowährung und die Smart-Contract-Plattform auf unbestimmte Zeit halten.
Dabei kommt oft ein extremer Hebel zum Einsatz, der bis zum 50-fachen des anfänglichen Kapitals reichen kann. Duffy betonte, dass insbesondere Kleinanleger die komplexen Mechanismen wie Finanzierungsraten und automatische Liquidierungen oft nicht vollständig verstehen.
Die Kombination aus dauerhaftem Marktengagement und massiver Hebelwirkung birgt nach Ansicht des CME-Chefs das Potenzial für katastrophale finanzielle Verluste. Vor allem plötzliche Marktbewegungen könnten bei unerfahrenen Akteuren schnell zu Zwangsliquidierungen führen.
CFTC ebnet Weg für US-Derivatehandel
Die US-Aufsichtsbehörde CFTC hatte Ende Mai erstmals regulierte Krypto-Perpetual-Futures für den amerikanischen Markt freigegeben. Daraufhin startete der Prognosemarkt-Betreiber Kalshi entsprechende Kontrakte für BTC und kurz darauf auch für ETH.
Weitere Produkte, die an Altcoins wie Solana gebunden sind, befinden sich derzeit in der regulatorischen Prüfung. Parallel dazu erhielten institutionelle Kunden von Coinbase Financial Markets kürzlich Zugang zu vergleichbaren Derivaten über die Plattform Deribit.


