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BIZ warnt: Stablecoins wie Tether umgehen Kapitalverkehrskontrollen

Eine neue BIZ-Studie belegt, dass Dollar-Stablecoins staatliche Devisenbeschränkungen in Schwellenländern mühelos umgehen.

21. Juli 2026 · 16:16 · 2 Min. Lesezeit
Konzeptbild zur digitalen Dollarisierung mit einer virtuellen Tether-Münze über einer Weltkarte

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt in einer neuen Studie, dass an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins wie Tether (USDT) staatliche Kapitalverkehrskontrollen zunehmend ins Leere laufen lassen. Vor allem in Schwellenländern gefährdet diese Entwicklung laut den Forschern die geldpolitische Souveränität, da digitale Währungen weitgehend unreguliert außerhalb des traditionellen Bankensystems zirkulieren.

Digitale Dollarisierung in Schwellenländern

Die BIZ-Forscher untersuchten Fremdwährungseinlagen und Stablecoin-Zuflüsse in über 130 Volkswirtschaften. Die Daten zeigen, dass die Nachfrage nach beiden Anlageklassen in Zeiten makroökonomischer Belastungen drastisch ansteigt.

Im Gegensatz zu klassischen Bankeinlagen reagieren die Kapitalflüsse von Stablecoins jedoch kaum auf Devisenbeschränkungen. Die Autoren der Studie erklären dieses Phänomen damit, dass sich Krypto-Assets teilweise außerhalb des direkten regulatorischen Zugriffs bewegen.

Diese sogenannte digitale Dollarisierung ermöglicht es Haushalten und Unternehmen, ihr Vermögen am Bankensystem vorbei in US-Dollar abzusichern. Besonders in Ländern mit schwachen Landeswährungen birgt dies erhebliche Risiken für die nationale Geldpolitik.

IWF bestätigt Trend in Nigeria und Lateinamerika

Die Erkenntnisse der BIZ decken sich mit aktuellen Beobachtungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). In Ländern wie Nigeria nutzen Bürger und kleine Unternehmen vermehrt Dollar-Stablecoins für grenzüberschreitende Zahlungen, um der massiven lokalen Inflation zu entkommen.

Der IWF räumt ein, dass tokenisierte Dollar-Äquivalente die Kosten und die Dauer von internationalen Transaktionen deutlich senken. Gleichzeitig warnt die Behörde jedoch, dass eine massenhafte Adaption die Nachfrage nach den jeweiligen Fiat-Währungen drastisch schwächt.

Auch in Lateinamerika verzeichnen Krypto-Börsen wie Bitso derzeit enorme Zuwächse bei Stablecoin-Zahlungen. Die BIZ fordert politische Entscheidungsträger daher auf, neue Instrumente zur Wahrung der Finanzstabilität zu entwickeln, da traditionelle Bankenregulierungen im tokenisierten Finanzsystem nicht mehr greifen.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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